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Passivrauchen erhöht Blutdruck bei Kindern

Studie belegt erstmals schädlichen Effekt

Vor allem Rauchen der Mutter beeinflusst Blutdruck negativ

Vor allem Rauchen der Mutter beeinflusst Blutdruck negativ
(Quelle: DAK/Wigger)

Passivrauchen erhöht schon bei Vorschulkindern den Blutdruck. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine Studie, die Ärzte des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg sowie des Gesundheitsamts Rhein-Neckar bei über 4.000 Fünf- bis Sechsjährigen durchgeführt haben. Neben Vererbung und Übergewicht stellt somit Rauchen der Eltern einen weiteren wichtigen Risikofaktor für Bluthochdruck dar.

Für die Studie wurde die reguläre Einschulungsuntersuchung durch das Gesundheitsamt in den Kindergärten erweitert: Bei insgesamt 4.236 Mädchen und Jungen in Heidelberg und der Rhein-Neckar-Region wurde von Februar 2007 bis Oktober 2008 zusätzlich der Blutdruck gemessen. Dabei wurde bei Kindern, die zu Hause dem Zigarettenrauch ihrer Eltern ausgesetzt waren, ein um 21 Prozent erhöhtes Risiko für einen hohen Bluthochdruck festgestellt. Vor allem das Rauchen der Mütter beeinflusste den Blutdruck negativ. Als Grund dafür vermuten die Wissenschaftler, dass Mütter eher zu Hause rauchen als die Väter, die bevorzugt am Arbeitsplatz zur Zigarette greifen.

Bisher bekannte Risikofaktoren für Bluthochdruck bei Kindern sind Übergewicht, ein niedriges Geburtsgewicht sowie Bluthochdruck der Eltern. Wie die Studie jetzt aufdeckte, stellt Passivrauchen ein wichtiges, zusätzliches, unabhängiges Risiko dar. Bislang war vor allem der schädliche Effekt auf die Lunge bekannt. Hoher Blutdruck bei Kindern kann bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Er ist dann einer der wichtigsten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall.

Die Erklärung, warum Passivrauchen den Blutdruck ansteigen lässt, liefert Privatdozentin Dr. Elke Wühl, Oberärztin am Heidelberger Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin: „Tabakrauch hat vielfältige Effekte auf die Blutgefäße.“ Durch den Passivrauch komme es zu einem Anstieg der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Gleichzeitig nimmt die Konzentration des Wirkstoffs Stickoxid in der Gefäßwand ab, der die Gefäße erweitert. Außerdem wird die Innenwand der Blutgefäße durch Tabakrauch dicker und verliert an Elastizität.

Die Heidelberger Kinderärzte warnen Eltern davor, ihre Kinder Tabakrauch auszusetzen, da dies langfristig schädliche Folgen haben könne. Wichtig sei zudem, weitere Risikofaktoren für Bluthochdruck wie Übergewicht zu reduzieren.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung des Universitätsklinikum Heidelberg: Passivrauchen kann Blutdruck bei Kindern erhöhen. 10. Januar 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 12.01.2011
 
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