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Lungenkrebs frühzeitig erkennen

Wissenschaftler entwickeln neue Diagnosemethode

Lungenkrebs könnte frühzeitig entdeckt werden

Lungenkrebs könnte frühzeitig entdeckt werden
(Quelle: BananaStock)

Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Forscher entwickelten jetzt eine neue Diagnosemethode, mit der sich die Erkrankung auch beim Hausarzt schon im Frühstadium feststellen lassen soll: Proteinbiomarker in der Atemluft zeigen, ob entartete Zellen in der Lunge vorhanden sind.

Lungentumore sind die Todesursache Nummer eins unter allen Krebserkrankungen, jeder dritte Krebsfall ist Lungenkrebs. Allein in Deutschland gibt es jährlich 50.000 Neuerkrankungen. Je früher man den Tumor erkennt, desto größer sind die Chancen, die Erkrankung zu heilen. Doch da im Anfangsstadium die Symptome chronisch-entzündlichen Entzündungen der Lunge und der Atemwege ähneln, ist eine Früherkennung der Krankheit schwierig. Für eine genaue Untersuchung muss eine Röntgenuntersuchung, die eine Strahlenbelastung mit sich bringt, oder eine, für den Patienten meist unangenehme, Bronchoskopie durchgeführt werden.

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig haben deshalb in den vergangenen Jahren zusammen mit Kollegen des Universitätsklinikum Leipzig ein Verfahren entwickelt, mit dem spezielle Proteinbiomarker in der ausgeatmeten Luft festgestellt werden können. Vorhandene Biomarker lassen auf Tumorzellen in der Lunge schließen. Für die Untersuchung muss der Patient 20 Minuten lang in ein Gerät atmen. Das Atemkondensat wird anschließend eingedampft. Der Nachweis der Biomarker erfolgt dann über spezielle Antikörper, die etwa den Wachstumsfaktor VEGF erkennen, der das Wachstum neuer Blutgefäße anregt.

Zurzeit ist diese Methodik im Labor aber für den normalen Alltagseinsatz zu aufwändig und teuer. In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt wollen die Spezialisten einen ersten Prototypen herstellen, der anschließend zu einem praxistauglichen Diagnosegerät weiterentwickelt werden soll. Damit könnte in wenigen Jahren jeder Arzt mithilfe des Geräts bei einem Verdacht auf Lungenkrebs direkt in seiner Praxis testen, ob wirklich ein Tumor vorliegt und schnell eine Behandlung einleiten.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft: Lungenkrebs frühzeitig erkennen. 01. Februar 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 01.02.2011
 
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