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Vitamin D-Mangel auch im Winter selten

Nahrungsergänzungsmittel sind in den meisten Fällen nicht notwendig

Vitamin D wird durch UV-Licht gebildet

Vitamin D wird durch UV-Licht gebildet
(Quelle: Pixelio/Erich Keppler)

In den dunklen Wintermonaten produziert die Haut mangels Sonnenlicht weniger Vitamin D. Ein ausgeprägter Mangel an dem Vitamin führt bei Kindern zur Knochenverbiegung, Rachitis, bei Erwachsenen zur Knochenerweichung, der so genannten Osteomalazie. Zuwenig Vitamin D kann aber auch zur Osteoporose beitragen. Gefährliche Mangelerscheinungen sind in Deutschland nach Aussage der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) jedoch selten. Die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten sei nur in ärztlich begründeten Fällen notwendig. Eine Überversorgung berge zudem Gesundheitsrisiken.

Vitamin D, auch Calciferol genannt, ist eine Vorstufe für das aktive Hormon Calcitriol. Es spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des Kalzium-Spiegels im Blut und beim Knochenaufbau. Etwa 80 Prozent des benötigten Vitamin D bildet der Körper selbst. Den Rest decken Nahrungsmittel wie Fisch, Eier und Milch ab. Vitamin D entsteht in der Haut unter Mitwirkung von ultraviolettem Licht. Im Winter ist die UV-Strahlung der Sonne schwach und es wird weniger Vitamin D produziert. Bei den meisten Menschen sinkt deshalb innerhalb dieser Jahreszeit die Vitamin D-Konzentration im Blut. „Ausgeprägte Mangelzustände, die bei einem Abfall der Werte auf unter etwa 10 Nanogramm pro Milliliter Blut auftreten können, sind aber sehr selten“, versichert Professor Helmut Schatz von der DGE. Die meisten Menschen hätten auch im Winter nur unbedenklich niedrigere Vitamin D-Spiegel.

Um den natürlichen Vitamin D-Mangel im Winter auszugleichen, empfiehlt der Experte, sich auch in der dunklen Jahreszeit mindestens eine halbe Stunde im Freien aufzuhalten, insbesondere an sonnigen Wintertagen. Vom Besuch eines Solariums als Ersatz dafür rät er hingegen ab: Die Nachteile durch das Hautkrebsrisiko seien größer als der Nutzen einer zusätzlichen Vitamin D-Produktion. Zudem arbeiten die meisten Solarien mittlerweile größtenteils mit dem bräunenden UV-A-Licht. Für die Bildung des Vitamins D sind jedoch die UV-B-Strahlen erforderlich.

„Nahrungsergänzungsmittel und Vitamin D-Zusätze zu Lebensmitteln sind aus medizinischer Sicht nur dann sinnvoll, wenn weitere Risikofaktoren für eine Osteoporose vorliegen“, ergänzt Schatz. Zu diesen zählen beispielsweise ein höheres Lebensalter oder eine verminderte Knochendichte. Eine fälschlich zu hoch dosierte Vitamin D-Zufuhr könne laut DGE sogar schädlich sein. Durch sie könnte es zu einer Erhöhung des Kalziums im Blut mit Harnflut, Durst, Nierenverkalkungen, Übelkeit und Erbrechen kommen.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: Vitamin D-Mangel in Deutschland oft überbewertet. 08. Februar 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 08.02.2011
 
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