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Darmkrebs: Entzündungshemmer senken Sterblichkeit

Regelmäßige Einnahme hat positiven Effekt auf Krebserkrankung

ASS und Ibuprofen senken Sterblichkeit bei Darmkrebs

ASS und Ibuprofen senken Sterblichkeit bei Darmkrebs
(Quelle: Pixelio/Susanne Berndobler)

Wer über einen längeren Zeitraum Entzündungshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen einnimmt und dann an Darmkrebs erkrankt, hat ein um nahezu 20 Prozent verringertes Risiko, an seiner Erkrankung zu versterben. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Viele Menschen erhalten über Jahre hinweg niedrig dosiert ASS, um das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu senken, oder nehmen über einen längeren Zeitraum regelmäßig Ibuprofen gegen Schmerzen oder Gelenkentzündungen ein. Die Forscher um Prof. Dr. Cornelia Ulrich vom NCT untersuchten deshalb die Frage, welchen Effekt die Einnahme dieser so genannten nicht-steroidalen Entzündungshemmer auf die Schwere und den Verlauf von Darmkrebs hat.

Für die Studie befragten die Wissenschaftler über 1.700 Patienten zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose unter anderem, wie oft und wie lange sie Entzündungshemmer eingenommen hatten. Nach Abschluss der Interviewphase im Jahr 2002 beobachteten sie die Gruppe acht Jahre lang weiter. Als Ergebnis stellte sich heraus, dass die Einnahme eines der beiden Entzündungshemmer die Schwere der Krebserkrankungen in vielen Fällen abmilderte. „Die Einnahme der Medikamente ASS oder Ibuprofen senkte die Sterblichkeitsrate bei Darmkrebspatienten um nahezu 20 Prozent“, berichtet Ulrich. Dabei wirkte eine Einnahmezeit von über zwei Jahren bereits schützend.

Ob es einen Unterschied in der Wirkung zwischen den beiden Medikamenten gibt, konnten die Forscher aufgrund der vorhandenen Daten nicht feststellen. „Wir vermuten, dass es eher auf die Dosierung und die Dauer der Einnahme ankommt als auf einen bestimmten Wirkstoff dieser Medikamentenklasse“, spekuliert Ulrich.

Noch ist unklar, worauf der positive Effekt zurückzuführen ist. Es könnte sein, dass sich unter der regelmäßigen Einnahme der Medikamente Tumoren entwickeln, die besser behandelbar sind. Es könnte aber auch sein, dass Patienten, die regelmäßig vor einer Krebsdiagnose Entzündungshemmer nahmen, dies auch nach der Behandlung fortführen und dies erst ihre Prognose verbessert. Diese Aspekte müssen in weiteren Studien untersucht werden.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg: Entzündungshemmer schützen vor Darmkrebs. 24. Februar 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 25.02.2011
 
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