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Alkohol ist Risikofaktor für Krebs

Europaweite Studie liefert neue Daten zu Alkoholkonsum und Krebserkrankungen

Regelmäßiger Alkoholkonsum kann zu Krebs führen

Regelmäßiger Alkoholkonsum kann zu Krebs führen
(Quelle: DAK/Schläger)

Zehn Prozent der Krebserkrankungen bei Männern und einer von 33 Krebsfällen bei Frauen ist auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Dies ist das Ergebnis einer großen europäischen Studie mit mehr als 350.000 Teilnehmern. Die meisten der alkoholbedingten Krebsfälle sind dabei auf einen Konsum zurückzuführen, der über der laut Empfehlungen der Gesundheitsorganisationen akzeptablen Menge liegt: Bei Männern sind das zwei Gläser und bei Frauen ein Glas Alkohol pro Tag.

Nach Angaben des Internationalen Krebsforschungszentrums der Weltgesundheitsorganisation (IARC) gilt der ursächliche Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und dem Entstehen von Krebserkrankungen der Leber, der Brust, des Darms und des oberen Verdauungstrakts seit längerer Zeit als wissenschaftlich belegt. Dennoch fehlten bislang Aussagen darüber, wie viele Krebsfälle insgesamt auf den Konsum alkoholischer Getränke zurückzuführen sind und inwieweit die Krebsentstehung von der Dosis abhängt.

Die Auswertung der Patientendaten aus acht europäischen Ländern zeigte jetzt, dass bei Frauen im Jahr 2008 etwa 21.500 Krebserkrankungen des oberen Verdauungstrakts, des Darms, der Leber und der Brust aufgrund von Alkoholkonsum entstanden sind. Ein Großteil der Erkrankungsfälle, nämlich etwa 17.400, ließ sich dabei auf einen übermäßigen Konsum von mehr als einem Glas Bier, Wein oder Spirituosen täglich zurückführen. Noch höher war die Zahl bei den Männern: Allein in sechs Ländern war Alkoholkonsum für fast 57.600 Krebserkrankungen verantwortlich. Etwa 33.000 dieser Fälle lag ein Konsum von mehr als zwei alkoholischen Getränken pro Tag zu Grunde.

„Nach unseren Ergebnissen wären bereits sehr viele Krebsfälle vermeidbar, wenn die Empfehlungen der Gesundheitsorganisationen berücksichtigt würden“, erläutert Madlen Schütze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, welches die Datenauswertung durchführte. „Noch mehr Krebserkrankungen ließen sich vermeiden, wenn jeder ganz auf Alkohol verzichten würde.“ Die Resultate der Studie betonen nach Aussage der Wissenschaftler, wie wichtig es ist, die aktuellen Maßnahmen zur Verringerung des Alkoholkonsums in Europa noch weiter zu verstärken.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke: Große europäische Langzeitstudie liefert neue Daten zu Alkoholkonsum und Krebs. 08. April 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 08.04.2011
 
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