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Asthma und Allergien bei Kindern nehmen zu

Weltweite Studie zieht nach 20 Jahren Bilanz

Immer mehr Kinder leiden weltweit an Allergien und Asthma

Immer mehr Kinder leiden weltweit an Allergien und Asthma
(Quelle: DAK/Wigger)

Im Rahmen der weltweiten Langzeitstudie ISAAC zu Asthma und Allergien wurden zwei Millionen Kinder und Jugendliche in 106 Ländern seit 1991 untersucht. Nach 20 Jahren Forschung kommen Wissenschaftler jetzt zu einem klaren Fazit: Die Häufigkeit von Asthma und Allergien nimmt weltweit zu, aber die richtige Lebensweise – auch bei den Eltern – kann Kinder schützen. Und je reicher ein Staat wird, desto größer wird dort das Asthma-Problem.

Bei der ISAAC-Studie handelt es sich um die bisher größte epidemiologische Studie an Kindern und Jugendlichen weltweit. Sie untersuchte die Häufigkeit dreier Krankheiten: Asthma, Heuschnupfen und allergiebedingte Juckflechte (Ekzem). Hierfür befragten die Forscher die Eltern von sechs bis sieben Jahren alten Kindern und 13 bis 14 Jahre alte Jugendliche in zwei Wellen: Die erste Untersuchungswelle lag vorwiegend in den Jahren 1994 und 1995, die zweite durchschnittlich sieben Jahre später.

Deutlich wurde dabei, dass in vielen englischsprachigen Ländern – in Großbritannien, Neuseeland, Australien, Irland, Kanada und den USA - bei besonders vielen der Kinder mindestens zwei der abgefragten Krankheiten aufgetreten sind. Als Ursache dafür sehen die Wissenschaftler die ähnliche Ernährung in diesen Ländern, die häufig aus frittierten Gerichten, Fast Food, viel Margarine und Backwaren besteht. Mediterrane Kost mit Meeresfisch, Gemüse, Hülsenfrüchten, Brot, Nüssen und Oliven- oder Rapsöl haben dagegen eine gesundheitsfördernde Wirkung. Auch der Verzicht auf Zigaretten senkt offensichtlich das Risiko: Kinder von rauchenden Eltern gaben häufiger allergische Symptome und Asthma an.

Überrascht hat die Forscher der enorme Einfluss ökonomischer Faktoren: Je höher das Bruttosozialprodukt eines Staates ist, desto mehr Menschen leiden unter Asthma. So gab beispielsweise in Albanien eine winzige Minderheit von weniger als drei Prozent der Befragten Asthma-Symptome an, in Großbritannien und den USA war der Anteil zehnmal so hoch. Im Laufe der Jahre nahm die Häufigkeit von Asthma in den reichen Ländern nicht zu, in bisher ärmeren aber schon. Insgesamt leidet ein immer größerer Teil der Weltbevölkerung an Asthma.

Deutschland liegt bei allen untersuchten Erkrankungen im Mittelfeld. Auffällig war, dass auf dem Gebiet der ehemaligen DDR die Kinder und Jugendlichen gesünder waren. Eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, dass Kinderkrippen in den neuen Bundesländern weiter verbreitet sind. Kinder würden deshalb stärker mit Keimen konfrontiert und ihr Immunsystem könne sich dadurch besser entwickeln.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Westfaelischen Wilhelms-Universität Münster: Asthma und Allergien auf dem Vormarsch. 08. April 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 13.04.2011
 
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