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Körperliches Training wirksam bei Alzheimer

Bewegung fördert körperliche und geistige Leistungsfähigkeit

Bewegung verbessert die geistige Leistung bei Alzheimer

Bewegung verbessert die geistige Leistung bei Alzheimer
(Quelle: DAK/Arne C. Gerson)

Etwa ein Drittel aller altersmedizinischen Patienten leiden unter Alzheimer oder einer anderen Demenzerkrankung, ihr Denkvermögen lässt nach. Zudem sind die oft vielfach erkrankt, leiden unter Schmerzen und häufig depressiv. Experten diskutierten jetzt auf dem 117. Internistenkongress, wie man Personen mit Demenz wirksam behandeln und ihnen ein lebenswertes Leben ermöglichen kann. Dabei stellten sie vor allem die positive Wirkung von körperlichem Training heraus.

Morbus Alzheimer und andere Formen der Demenz sind fortschreitende Erkrankungen, die in der Regel mit einer Gedächtnisstörung beginnen. Im Endstadium leiden Betroffene aber auch unter typischen körperlichen Symptomen wie Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Bewegungsstörungen, Inkontinenz und Schluckstörungen. In der Folge kommt es häufig zu Stürzen, Knochenbrüchen und Wundliegen. Nahrung oder Speichel in der Luftröhre führen oft zu einer Lungenentzündung.

Die von den Wissenschaftlern vorgestellten Daten zeigen, dass gezieltes körperliches Training Demenzkranken helfen kann. Diese gewinnen an Muskelkraft, bleiben beweglicher und sind weniger sturzgefährdet. „Demente profitieren von einem Training ebenso wie nicht demente Patienten, die im Rahmen anderer chronischer Krankheiten an Muskelkraft verloren haben“, erklärt Dr. med. Daniel Kopf, Leitender Oberarzt am Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg. Hinzu kommt, dass auch die geistige Leistung der Betroffenen sich bessert.

Als besonders wichtig sei nach Meinung der Experten auch eine besondere Behandlung und Begleitung von Demenzkranken, die zunehmend ihre geistigen, sozialen und emotionalen Fähigkeiten verlieren. Gewährleistet werden könnte dieses durch die Pflege durch ein geriatrisch-multidisziplinäres Team aus speziell geschulten Ärzten, Pflegefachpersonen, Psychologen, Seelsorgen, Sozialarbeiten und Physiotherapeuten. Oft ginge es auch darum, die Angehörigen einzubeziehen. „Eine geschützte Umgebung und ein strukturierter Tagesablauf tragen dazu bei, Verwirrtheitszustände zu vermeiden“, erläutert Kopf. Allein dies verhindere mitunter die Einweisung in ein Pflegeheim.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V.: DGIM: Körperliches Training wirksam bei Demenz. 04. Mai 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 09.05.2011
 
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