Tipp

EHEC: Darminfekt durch Hygiene vorbeugen

Ärzte warnen vor Ansteckung mit dem Durchfallbakterium

EHEC: Bei blutigem Durchfall sofort zum Arzt

EHEC: Bei blutigem Durchfall sofort zum Arzt
(Quelle: Pixelio/Susanne Berndobler)

In den vergangenen Wochen erlitten ungewöhnlich viele Menschen in Deutschland eine schwer verlaufende Infektion durch das EHEC-Bakterium. Um eine Ansteckung mit dem gefährlichen Durchfall-Erreger zu vermeiden, rät die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) zu besonderer Vorsicht. Die DGIM empfiehlt, Lebensmittel – insbesondere Obst und Gemüse – gründlich zu waschen, wenn möglich sogar zu kochen oder zu braten, da Keime anhaften könnten.

Die Folgen einer Infektion mit dem enterohämorrhagischen Escherichia coli-Bakterium sind Erbrechen, Magenkrämpfe und Durchfall. Derzeit tritt hierzulande gehäuft der besonders schwere Verlauf der Infektion auf: das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Es führt zu Blutarmut und Nierenversagen und kann tödlich enden. Bisher war dieser gravierende Verlauf für eine Infektion bei Säuglingen und Kleinkindern typisch, doch bei den derzeit akuten Fällen erkranken vor allem erwachsene Frauen. „Die hohe Zahl schwerer Verläufe und das eher untypisch Erkrankungsalter erhöhen die Brisanz der aktuellen Situationen und machen die Suche nach der Quelle des Erregers besonders dringlich“, erklärt Professor Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel.

Denn bezüglich der Quelle der Ansteckung ist bislang nichts erwiesen. Die Hinweise, dass sich die Patienten über Obst und Gemüse infiziert haben, sind nicht bestätigt. Da sich derzeit vorrangig Frauen anstecken, die häufig für die Reinigung der Lebensmittel zuständig sind, könne dies laut Fölsch aber angenommen werden. Das Infektionsrisiko können Verbraucher in diesem Fall verringern, indem sie Lebensmittel erhitzen. Diese müssen im Inneren zehn Minuten lang eine Temperatur von mindestens 70 Grad erreichen. Zudem sollten leicht verderbliche Lebensmittel im Kühlschrank lagern.

„Bemerken Menschen Blut im Stuhl oder blutigen Durchfall, sollten sie dies unbedingt und ohne zu zögern ärztlich abklären lassen“, empfiehlt Fölsch. Falls sich beim Hausarzt ein Verdacht abzeichnet, werde dieser umgehend weitere nötige Schritte einleiten, an spezielle Zentren überweisen und das Gesundheitsamt kontaktieren.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V.: DGIM warnt vor EHEC-Durchfallbakterium. 24. Mai 2011

Alle News

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 24.05.2011
 
Tipp