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Neuartige Antikörper-Therapie bei Osteoporose

Innovative Behandlungsmethode weist große Erfolge auf

Osteoporose kann zu Knochenbrüchen führen

Osteoporose kann zu Knochenbrüchen führen
(Quelle: Claudia Hautumm/pixelio.de)

Eine zukunftsweisende Therapie setzt neue Maßstäbe bei der Behandlung von Osteoporose. Im Mittelpunkt der neuen Behandlungsmethode stehen spezielle Antikörper, die eine entscheidende Aufgabe in der Knochenbiologie übernehmen. An mehr als 100 Behandlungen mit dem Wirkstoff Denosumab wiesen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden nach, dass die Antikörper-Therapie deutlich erfolgreicher als bisherige Therapiemethoden ist.

Der Knochenstoffwechsel sorgt für einen ständigen Umbau innerhalb des Knochengewebes. Altes Gewebe wird abgebaut, neues wieder aufgebaut. In einem gesunden Knochenstoffwechsel besteht ein Gleichgewicht zwischen Ab- und Aufbau. Bei der Osteoporose ist dieses Gleichgewicht aber gestört – knochenabbauende Zellen, die so genannten Osteoklasten, sind vermehrt aktiv, wodurch mehr Knochensubstanz abgebaut wird. Die Folge ist eine Abnahme der Knochenmasse, was zu einer Instabilität der Knochen führt. Schon kleine Stürze oder alltägliche Bewegungen können dann zu Knochenbrüchen führen. 40 Prozent aller Frauen nach der Menopause leidet an Osteoporose, aber auch jeder fünfte Mann soll das Risiko für die Erkrankung in sich tragen oder bereits erkrankt sein.

Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Lorenz Hofbauer vom Universitätsklinikum in Dresden nutzten jetzt neue Erkenntnisse über die molekularen Kommunikationswege zwischen knochenaufbauenden und –abbauenden Prozessen, um einen neuen Therapieansatz zu entwickeln. Sie setzen dabei auf spezielle Antikörper, die den Knochenabbau verhindern und die normale Knochenbildung erhalten. Eine solche Antikörpertherapie, bekannt unter dem Namen ihres Wirkstoffs Denosumab weist bereits große Erfolge auf. Außerdem ist sie nicht nur deutlich erfolgreicher als bisherige Therapien, sondern auch einfacher. „Pro Jahr sind nur zwei subkutane Spritzen notwendig“, erläutert Hofbauer. „Eine wöchentliche oder sogar tägliche Einnahme von Osteoporose-Tabletten entfällt.“

Neben Denosumab forscht das Dresdner Team auch an einem weiteren Antikörper. Dieser richtet sich gegen Sklerostin, einem Hemmer übermäßiger Knochenbildung. Tierversuche mit diesem Antikörper waren bereits erfolgreich. „Mit der Sklerostin-Antikörpertherapie konnten wir im Rattenmodell bereits einen Knochenzuwachs von mehr als 50 Prozent innerhalb von 12 Wochen nachweisen“, so Hofbauer.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden: Neue Osteoporose-Therapie setzt bei Knochenbiologie an. 03. Juni 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.06.2011
 
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