Tipp

Hyperaktive Kinder benachteiligt

Umfrage verdeutlicht Schwierigkeiten von Kindern mit ADHS

Hyperaktivität kann zu Benachteiligungen führen

Hyperaktivität kann zu Benachteiligungen führen
(Quelle: DAK/Wigger)

Kinder, die unter dem so genannten Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) leiden, sind im Vergleich zu Kindern ohne ADHS in allen Lebensbereichen deutlich benachteiligt. Zu diesem Ergebnis kommt die erste Auswertung des Lifetime Impairment Surveys, einer europaweiteren Elternbefragung.

Am stärksten leiden die Betroffenen in den Bereichen Schule und soziale Beziehungen unter ihrer Erkrankung. Kinder mit ADHS zählen häufiger zu den Schlusslichtern einer Klasse (26 gegenüber 12 Prozent) und haben im Durchschnitt mehr Fehltage als ihre Mitschüler (7 gegenüber 5 Tagen). Auch werden sie von ihren Schulkameraden seltener eingeladen und haben häufiger ein schwieriges Verhältnis zu ihren Geschwistern. Teenager mit ADHS konsumieren zudem öfter exzessiv Alkohol und geraten häufiger in handgreifliche Streitigkeiten als nicht betroffene Gleichaltrige.

Mehr als die Hälfte der befragten Eltern war frustriert über den mühsamen Weg bis zu einer gesicherten Diagnose für ihr Kind. Über ein Drittel gab an, drei oder mehr Ärzte aufgesucht zu haben. „Es ist beunruhigend, dass Eltern teilweise immer noch um eine gesicherte Diagnose kämpfen müssen“, sagt Dr. Myriam Menter, Geschäftsführerin des Selbsthilfeverbands AHDS Deutschland e.V. „Nicht alle Eltern haben dafür die Kraft, und in der Entwicklung eines Kindes zählt jedes Jahr.“ Daher sei es entscheidend, die Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen mit ADHS weiter zu verbessern.

„Diese Studienergebnisse nehmen uns in die Pflicht“, kommentiert Renate Schmidt, Schirmherrin der Informationskampagne „ADHS und Zukunftsträume“, die sich für Verbesserungen in Diagnostik und Therapie einsetzt. „Kein Kind in unserer Gesellschaft darf verloren gehen. Diese Gefahr besteht aber bei Kindern mit ADHS, vor allem, wenn sie in schwierigen Verhältnissen aufwachsen“, warnt die ehemalige Bundesfamilienministerin.

Pressemitteilung der Isgro-Gesundheitskommunikation: Europäische Studie zeigt: Kinder und Jugendliche mit ADHS sind deutlich benachteiligt. 15. Juni 2011

Alle News

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.06.2011
 
Tipp