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Forscher entdecken Alzheimer-Gen

Entdeckung ermöglicht Suche nach neuen Medikamenten

Entdeckung des Alzheimer-Gens eröffnet Möglichkeiten für neue Medikamente

Entdeckung des Alzheimer-Gens eröffnet Möglichkeiten für neue Medikamente
(Quelle: iStockphoto)

Unter den Krankheiten, vor denen Menschen vor allem im Alter Angst haben, steht die Alzheimer-Erkrankung ganz oben auf der Liste. Ein Forscherteam der Universität Rostock hat jetzt ein neues Gen entdeckt, das bei dieser gefürchteten Krankheit eine besondere Rolle spielt. Durch diese Entdeckung ist es nun möglich geworden, neue Medikamente zu suchen, die bislang nicht im Fokus zur Behandlung der Alzheimer-Demenz standen.

Die Forscher um Prof. Dr. Jens Pahnke gingen bei der Suche nach dem Grundübel der Krankheit völlig neue Wege und brachten dabei die notwendige Reinigungsfunktion des Gehirns mit der Alterung des Gehirns in Zusammenhang. Ziel ihrer Forschung ist es, die Erkrankung zu erkennen, bevor sie klinisch ausbricht. „Wir ringen in der Grundlagenforschung darum, den Beginn der Erkrankung nur um fünf bis zehn Jahre zu verzögern“, betont Pahnke.

Im Rahmen ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler genetisch veränderte Mäuse. Diese eignen sich besonders für die Forschung, weil man bei ihnen in ein bis zwei Jahren Mechanismen sehen kann, die bei Menschen 60 bis 80 Jahre dauern. Durch hoch aufgelöste Mikroskopiebilder ganzer Mausgehirne konnten sie in räumlicher Darstellung die für Alzheimer typischen Plaque-Ablagerungen sehen. Dabei entdeckten sie ein Gen, das eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielt. Fehlt es bei den Mäusen, steigt das krankmachende Alzheimer-Protein auf das Zwölffache an und verursacht die Erkrankung viel früher.

In den letzten Jahren ihrer intensiven Forschung hatten die Wissenschaftler bereits verschiedene Medikamente und Wirkstoffe entdeckt, die für die Behandlung von Alzheimer in Frage kommen könnten. Dazu zählen beispielsweise ein Medikament, das bisher nur gegen Schmerz und Übelkeit eingesetzt wurde, und ein Pflanzen-Extrakt aus dem griechischen Eisenkraut, das die Menge der Plaques im Gehirn um etwa 80 Prozent vermindert. An den gentechnisch veränderten Mäusen wird jetzt weiter getestet, welcher Inhaltsstoff genau für diese enorme Reduktion verantwortlich ist.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Universität Rostock: Rostocker Forscher entdecken Alzheimer-Gen. 04. Juli 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 05.07.2011
 
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