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Therapie gegen Mausarm entwickelt

Neues Verfahren beugt Schmerzen durch tägliche PC-Arbeit vor

Überbelastung durch häufige Mausklicks kann zu Schmerzen führen

Überbelastung durch häufige Mausklicks kann zu Schmerzen führen
(Quelle: Webwebwebber/pixelio.de)

Tausende Mausklicks bei der täglichen PC-Arbeit können sich auf Dauer schmerzhaft in der Hand oder im Unterarm als so genannten Mausarm, medizinisch Repetitive Strain Injury (RSI-)-Syndrom, bemerkbar machen. Psychologen der TU Darmstadt entwickelten jetzt ein Übungsprogramm, das innerhalb weniger Wochen diesem Syndrom vorbeugt und auch bereits vorhandene Schmerzen deutlich lindert oder beseitig.

Das Repetitive Strain Injury-Syndrom betrifft vor allem Menschen, die beruflich sehr viel am PC arbeiten müssen. Die ständig wiederholten Bewegungen der zahlreichen Mausklicks und Tastatur-Anschläge belasten Muskeln, Sehnen, Nerven und Gelenke. Am Ende stehen im schlimmsten Fall chronische Schmerzen und der so genannte Mausarm. Wissenschaftler vom Fachbereich Psychologie der Technischen Universität Darmstadt haben in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen ein Übungsprogramm für Bildschirmarbeitskräfte entwickelt, um dem Mausarm vorzubeugen und bereits vorhandene Schmerzen zu lindern.

Die Teilnehmer des Programms durchlaufen an nur zwei Tagen fünf Module von der Muskelentspannung über Arbeitsorganisation, Ergonomie und Stressmanagement bis zur Physiotherapie, werden über die Funktion des „Schmerzgedächtnis“ aufgeklärt, probieren Alternativen zur Computermaus und erlernen Übungen, die sie in den darauf folgenden fünf Wochen am Arbeitsplatz vertiefen. Ziel des Trainings ist es eine langfristige Veränderung des Arbeitsverhaltens am PC, um die Arbeitsfähigkeit dauerhaft zu gewährleisten.

„Unsere bisherigen Ergebnisse zeigen, dass sich unser RSI-Interventionskurs sowohl zur Prävention als auch zur Therapie eignet“, erklärt Professor Hardo Sorgatz von der TU Darmstadt, der sich seit Jahren mit dem RSI-Syndrom befasst und den Kurs entwickelt hat. Wer viel am PC arbeitet und dem Mausarm vorbeugen will, sollte auf jeden Fall seinen Arbeitsplatz ergonomisch korrekt einrichten, immer wieder kurze Pausen bei der Bildschirmarbeit einlegen und statt der herkömmlichen Computer-Maus alternative Eingabegeräte wie Vertikal-Mäuse oder Stift-Tablets nutzen.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Technischen Universität Darmstadt: Wissenschaftler der TU Darmstadt entwickeln Therapie gegen den „Mausarm“. 07. Juli 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 08.07.2011
 
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