Tipp

Bei Rheuma nicht auf Sport verzichten

Körperliche Aktivität hat positiven Einfluss auf die Erkrankung

Nordic Walking eignet sich besonders bei Rheuma

Nordic Walking eignet sich besonders bei Rheuma
(Quelle: DAK/Arne C. Gerson)

Viele Menschen mit rheumatischen Erkrankungen meiden körperliche Aktivitäten. Dabei kann Sport nach heutigem Kenntnisstand die Behandlung sinnvoll unterstützen – auch nach einem Gelenkersatz. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hin und erklärt, welche Sportarten sich dafür besonders eignen.

Bei einer rheumatoiden Arthritis, der häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankung, greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe in den Gelenken an. „Viele Patienten neigen dazu, sich körperlich mehr als notwendig zu schonen“, berichtet Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der m&i-Fachklinik Herzogenaurach. Dies sei jedoch ein Fehler, da es ohne Bewegung auf Dauer zu einem Verlust an Muskelkraft und Koordination kommt.

Eine Rheumaerkrankung ist kein Hinderungsgrund für eine sportliche Betätigung. Die Schmerzen lassen sich heute gut lindern, die Gelenkzerstörung kann durch Medikamente positiv beeinflusst werden. Die meisten Erkrankten können so ohne zusätzliche Beschwerden Sport treiben und sollten dies auch tun. Klinische Studien belegen, dass Sport nicht nur die körperliche Fitness verbessert und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt. Auch auf den Verlauf der rheumatischen Erkrankung selbst hat regelmäßige Aktivität einen positiven Einfluss. „Wissenschaftliche Erhebungen zeigen, dass Sport die Beschwerden mildert“, erklärt Kladny. Auch ein Gelenkersatz spräche nicht gegen Sport.

Allerdings sollten Rheumapatienten Sportarten mit unkontrollierten Drehbewegungen und Stoßbelastungen meiden, da diese die Gelenke schädigen. Auch auf Ballspiele und Springsportarten sowie Wettkampfsport und Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko sollten Betroffene verzichten. Gut geeignet sind dagegen Radfahren, Schwimmen, Wandern, Tanzen oder auch Nordic Walking. Wichtig ist es, den Sport regelmäßig zu betreiben. Optimal für an Rheuma Erkrankte sind zweieinhalb Stunden Bewegung und Ausdauertraining pro Woche.

Auch Kinder und Jugendlich mit Rheuma müssen auf Sport und Spiel nicht verzichten. Die Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie bearbeitet in einer eigenen Kommission „Sport“ Empfehlungen auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen. Sport kann den betroffenen Kindern wieder die Freude an Bewegung vermitteln und die soziale Integration unterstützen. Hier engagiert sich auch die Kinder-Rheumastiftung unter der Schirmherrschaft von Rosi Mittermaier.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V.: DGRh: Rheumapatienten können sollten Sport treiben. 25. Juli 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 26.07.2011
 
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