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Aufstand der Seele

Arzneimittel sollten bei Stress nicht alleinige Therapie sein

Stress zermürbt und kann auf Dauer zu Depressionen führen

Stress zermürbt und kann auf Dauer zu Depressionen führen
(Quelle: DAK/Wigger)

Stress ist immer häufiger Ursache für eine Vielzahl von Erkrankungen, so Dr. Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen. "Neben chronischen Erschöpfungszuständen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Magen-Darm-Beschwerden, sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen keine Seltenheit." Grund dafür seien insbesondere der steigende Leistungsdruck und die Zunahme an Reizüberflutung. Aber auch Arbeitslosigkeit, Trauer und Unzufriedenheit können sich negativ auf Körper und Seele auswirken.

"Bestimmte Arzneimittel können die Wiederherstellung der Gesundheit fördern und die Abwehrprozesse des Körpers regulieren. Sie sollten allerdings keine Haupttherapie-Maßahme sein", sagt Justus. Insbesondere Heilpflanzen hätten sich als begleitende Therapie gut bewährt: Bei nervöser Erschöpfung und Konzentrationsstörungen helfe zum Beispiel Ginseng. "Mate wird häufig als Arzneimitteltee bei geistiger und körperlicher Ermüdung eingesetzt, da seine getrockneten Blätter und Blattstile Koffein enthalten." Gegen Anspannung, Schlaflosigkeit und Unruhe empfiehlt die Pharmazeutin hingegen Passionsblume. "Sie wirkt ausgleichend und beruhigend, hilft bei Wechseljahres-, wetterbedingten und nervösen Magen-Darm-Beschwerden und ist als Dragee, Tropfen oder Teezubereiten ebenfalls apothekenpflichtig." Kombinationspräparate aus Passionsblume, Baldrian und Hopfen seien zudem bei Schlafstörungen empfehlenswert. "Baldrian, Johanniskraut und Passionsblume haben zudem positiven Einfluss auf die Stimmung

Pflanzliche Arzneimittel seien aber nicht frei von Nebenwirkungen. "Ginseng sollte nicht während der Schwangerschaft und bei Diabetes mellitus oder der Einnahme von blutverdünnenden Arzneimitteln zu sich genommen werden", so Justus. Die Anwendung von mehr als drei Monaten könne zudem zu Bluthochdruck, Schlaflosigkeit und Ödemen führen. Auch Mate sei während der Schwangerschaft kontraindiziert und dürfe wegen des Koffeins nicht überdosiert werden. "Vor Einnahme von Passionsblume in der Schwangerschaft ist die Rücksprache mit dem Arzt ebenfalls erforderlich." In seltenen Fällen seien allergische Reaktionen auf Passionsblume möglich.

Im fortgeschrittenen Stadium des Erschöpfungszustandes sollte jedoch dringend ein Arzt aufgesucht und ggf. eine gezielte Psychotherapie begonnen werden. In jedem Fall sollte der Ursache des Dauerstresses auf den Grund gegangenen werden. Eine ausgeglichene Lebensführung, regelmäßige Bewegung sowie ein gesundes Wohn- und Arbeitsumfeld seien aber ebenfalls notwendig. Bei der Ernährung sollte auf eine vitalstoffreiche Kost geachtet werden. Yoga, Autogenes Training oder Qi Gong könnten zudem den Umgang mit Stresssituationen erleichtern.

Pressemitteilung der Apothekerkammer Bremen: Aufstand der Seele. 27.Juli 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 02.08.2011
 
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