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Gefahr durch Diabetes in der Schwangerschaft

Rechtzeitig erkannt können die Folgen gelindert werden

Diabetes in der Schwangerschaft birgt Gefahren für Mutter und Kind

Diabetes in der Schwangerschaft birgt Gefahren für Mutter und Kind
(Quelle: fStop)

Von rund 650.000 Geburten in Deutschland im Jahr 2010 litten fast 24.000 Mütter bei der Entbindung unter Schwangerschaftsdiabetes, Tendenz steigend. Fälle wie das kürzlich in Texas mit 7,3 Kilo geborene „Riesenbaby“ zeigen, welche Komplikationen die Krankheit für eine Geburt bedeuten kann. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) macht deshalb deutlich, wie wichtig es ist, erhöhte Blutzuckerspiegel bei Schwangeren rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Für werdende Mütter erhöht Schwangerschaftsdiabetes das Risiko für Bluthochdruck, Harnwegsinfekte oder eine Schwangerschaftsvergiftung. Darüber hinaus haben sie häufiger Frühgeburten. Sie gebären übermäßig große Babys, die häufiger über einen Kaiserschnitt zur Welt kommen müssen. Mitunter leiden die Babys unter einem Atemnotsyndrom, Unterzuckerungen oder Trinkschwäche. „Eine angemessene Behandlung mildert nachweislich die Folgen eines Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind“, erklärt Dr. med. Helmut Kleinwechter von der DDG. Studien zeigen, dass eine Blutzucker senkende Therapie und eine spezialisierte geburtsmedizinische Betreuung den betroffenen Frauen und ihren Kindern helfen.

Der häufigste Risikofaktor für Schwangerschaftsdiabetes ist Übergewicht, oft verursacht durch kalorienreiche Nahrung und zu wenig Bewegung. Mitunter sind Betroffene erblich vorbelastet. Auch langfristig tragen Mutter und Kind an den Folgen: Nur im Mittel 13 Wochen nach der Schwangerschaft sind 5,5 Prozent der Mütter bereits an Diabetes mellitus erkrankt. Bei bis zu 60 Prozent der Betroffenen entwickelt sich innerhalb von zehn Jahren nach der Schwangerschaft ein Typ 2 Diabetes – mit dem Risiko aller bekannten Diabetes-Komplikationen für Augen, Nerven und Nieren. Rechtzeitige Lebensstilberatung kann das Umspringen in einen Diabetes nach einem Schwangerschaftsdiabetes verhindern. Laut Aussage der DDG-Experten sei die Entdeckung eines Gestationsdiabetes also auch eine Diabetes-Prävention.

Um die Fälle von Schwangerschaftsdiabetes rechtzeitig zu erkennen, empfiehlt die DDG Blutzucker-Reihenuntersuchungen aller Schwangeren. „Zwar besteht bei einem Screening aller Schwangeren die Gefahr, Frauen mit geringem Risiko unnötig zu belasten“, erklärt Kleinwechter. Doch das gezielte Screening von Frauen mit Risikofaktoren hätte zur Folge, dass bis zu 40 Prozent der Fälle nicht entdeckt würden. Die DDG rät deshalb davon ab, ausschließlich Frauen mit erhöhtem Risiko zu untersuchen.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft: DDG: Neue Leitlinie Schwangerschaftsdiabetes. 11. August 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 12.08.2011
 
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