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„Gesundheitspolizei“ tötet Allergiezellen

Körpereigener Ansatz zur Verhinderung von Allergien entdeckt

Zellen des Immunsystems schalten Allergiezellen aus

Zellen des Immunsystems schalten Allergiezellen aus
(Quelle: BananaStock)

Wissenschaftler aus Berlin und Mainz haben einen körpereigenen Mechanismus aufgeklärt, der die Entstehung von Allergien verhindern kann. Sie konnten zeigen, dass bestimmte Zellen des Immunsystems, die so genannten killerdendritischen Zellen, in der Lage sind, Allergiezellen auszuschalten. Diese Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für Strategien zum Schutz vor Allergien.

Als Allergen wird eine Substanz bezeichnet, die beim Kontakt mit dem Organismus als fremd erkannt wird und zu einer überschießenden Abwehr des Immunsystems, einer allergischen Reaktion, führt. Seit langem ist bekannt, dass der Körper bei wiederholtem Kontakt mit einer sehr niedrigen Dosis eines Allergens eine Art Immunität dagegen entwickeln kann. Dieser Vorgang nennt sich „Niedrigzonen-Toleranz“. Welche genauen Mechanismen dieser Immunität zugrunde liegen, ist aber noch weitgehend unbekannt.

Die Wissenschaftler um Professor Marcus Maurer vom Allergie-Centrum der Charité in Berlin konnten mithilfe eines Mausmodells jetzt erstmals wichtige zelluläre Mechanismen entschlüsseln. Killerdendritische Zellen, die auch als Gesundheitspolizei beschrieben werden, schütten beim Kontakt mit einem Allergen einen bestimmten Signalstoff aus. Dieser so genannte Tumornekrosefaktor löst in den Zellen, die die allergische Reaktion vermitteln, den programmierten Zelltod, die Apoptose, aus. Als Folge kann sich keine allergische Reaktion entwickeln. In der individuell unterschiedlich stark ausgeprägten Fähigkeit zu dieser „Niedrigzonen-Toleranz“ liegt wahrscheinlich auch der Grund, warum einige Menschen auf bestimmte Allergene reagieren und andere nicht.

„Die Ergebnisse der Studie sind im Prinzip für jeden relevant“, sagt Maurer. „Ganz besonders Menschen, die vermehrt Kontakt mit allergenen Substanzen haben, laufen Gefahr, eines Tages eine Allergie auszubilden.“ Dazu zählen beispielsweise Beschäftige im Friseursalon, in der Schmuck- und Modeindustrie, aber auch Krankenhauspersonal. „Wir haben in unserer Arbeit den Mechanismus identifiziert, der der Verhinderung einer Allergie zugrund liegt“, erklärt Mauerer. Der Dermatologe und Allergologe geht davon aus, dass diese Ergebnisse in Zukunft therapeutisch genutzt und damit Allergien vermieden werden können.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Charité-Universitätsmedizin Berlin: Körpereigener Ansatz zur Verhinderung von Allergien. 02. September 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 15.09.2011
 
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