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Krebs: Diagnose durch Bluttest

Wissenschaftler entwickeln Testverfahren für Krebserkrankungen

Einfacher Bluttest könnte Diagnose von Krebs möglich machen

Einfacher Bluttest könnte Diagnose von Krebs möglich machen
(Quelle: Photodisc)

Ein Bluttest, der frühzeitig und zuverlässig Auskunft darüber gibt, ob ein Mensch an einem Tumor erkrankt ist: Davon träumen viele Mediziner. Bei der Suche nach einem solchen Test sind deutsche Forscher jetzt einen Schritt vorangekommen. Sie haben dazu bestimmte Signaturen identifiziert, die sich aus einer Kombination von Nukleinsäuren im Blut zusammensetzen.

Viele Krebserkrankungen sind mittlerweile gut heilbar. Eine Voraussetzung dafür ist aber, dass sie frühzeitig erkannt und behandelt werden. Häufig machen Tumoren in diesem frühen Stadium allerdings keine Beschwerden, sodass die Patienten erst spät zum Arzt kommen, wenn die Chancen auf Heilung deutlich geringer sind. Ein zuverlässiges Verfahren zur Früherkennung existiert für viele Krebsarten noch nicht.

Diese unbefriedigende Situation haben sich Wissenschaftler, unter anderem der Würzburger Universitäts-Frauenklinik, zum Anlass genommen, um im Blut von Tumorpatienten nach diagnostisch verwertbaren Strukturen zu fahnden. Fündig wurden sie dabei unter den so genannten microRNAs, kleine Moleküle, die eine wichtige Rolle in dem komplexen Geschehen der Genregulation in den Zellen spielen. Bei Erkrankten fanden die Wissenschaftler spezifische microRNA Signaturen, die eine Abgrenzung zu Gesunden erlauben.

In einer Studie haben nun Wissenschaftler aus ganz Deutschland das Testverfahren an insgesamt 14 teilweise schwer diagnostizierbaren Erkrankungen erprobt, darunter Tumorerkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Prostata oder des Magen-Darm-Trakts sowie Multiple Sklerose und chronisch-obstruktive Lungenkrankheiten. Die Forscher aus Würzburg untersuchten dabei ihr Spezialgebiet, den Eierstockkrebs.

Das Ergebnis gibt Anlass zur Hoffnung: „Die Trefferquote war in vielen Fällen sehr hoch“, berichtet Dr. Jörg Wischhusen. So betrug sie bei einzelnen Krankheitsbildern über 99 Prozent. „Gemessen an den Tests, die bisher existieren, ist das ein sehr gutes Abschneiden.“ Die Wissenschaftler hoffen nun, mit einem einzigen Bluttest eine Vielzahl von Erkrankungen mit hoher Zuverlässigkeit diagnostizieren zu können. Bis es soweit ist, kann allerdings noch einige Zeit verstreichen.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Verräterische Spuren im Blut. 04. September 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 06.09.2011
 
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