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„Grüner Star“: Augeninnendruck schonend senken

Schnelle und risikoarme Alternative zur Operation

Ein Glaukom kann durch einen hohen Augeninnendruck entstehen

Ein Glaukom kann durch einen hohen Augeninnendruck entstehen
(Quelle: Pixelio/Papiertiger)

Das Glaukom, umgangssprachlich auch „Grüner Star“ genannt, ist die zweithäufigste Erblindungsursache in Deutschland. Bei der Erkrankung gehen, in der Regel verursacht durch einen zu hohen Augeninnendruck, die Nervenfasern des Sehnervs zugrunde. Eine schonende Möglichkeit, den Augeninnendruck langfristig zu senken, ist die minimal-invasive Operation mit dem so genannten Trabektom.

In Deutschland leiden etwa 800.000 Menschen an einem Glaukom. In den meisten Fällen gelingt es, mit Augentropfen den Druck im Augeninneren zu senken und so das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Reicht die medikamentöse Behandlung nicht aus, wird das Auge operiert. Als Standardverfahren gilt dabei die so genannte Trabekulektomie. Bei dieser Methode schneidet der Arzt die Bindehaut großflächig auf, um darunter einen künstlichen Abflussweg für das Kammerwasser zu schaffen. Denn staut sich dieses an, erhöht sich der Druck im Augeninneren. „Die Operation ist sehr effektiv, aber mit gewissen Risiken verbunden“, erklärt Dr. med. Jens Jordan von der Universitäts-Augenklinik Freiburg. „Zudem erfordert sie eine intensive Nachbehandlung.“

Deshalb ist in vielen Fällen ein kleiner Eingriff mit dem Trabktom eine Alternative. Dieses neue Instrument ist kaum größer als ein Kugelschreiber. An seiner Spitze befinden sich ein winziges Elektromesser sowie ein Absaug- und ein Infusionskanal. Mit dem Trabektom entfernen Augenärzte durch einen nur 1,6 Millimeter breiten Schnitt in der Hornhaut das so genannte Trabekel-Maschenwerk im Auge. Denn häufig ist eine Verhärtung dieses Geflechts der Grund dafür, dass das Kammerwasser nicht ungehindert abfließt und der Augeninnendruck steigt. Der minimal-invasive Eingriff wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert nur etwa zehn Minuten.

An der Universitäts-Augenklinik Freiburg, dem ersten Trabektomzentrum Europas, operieren die Augenärzte seit zwei Jahren mit dem neuen Instrument. Insgesamt haben sie mittlerweile etwa 300 Patienten behandelt, ohne dass ernste Komplikationen aufgetreten sind. „Je nach Art des Glaukoms können wir den Augeninnendruck auf diese Weise um bis zu 40 Prozent senken“, berichtet Jordan. „Auch die Menge der drucksenkenden Augentropfen lässt sich deutlich reduzieren. Nach dem Eingriff benötigen die Patienten nur etwa halb so viele wie zuvor.“

Pressemitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft: Augeninnendruck schonend senken: „Grünen Star“ minimal-invasiv operieren. 08. September 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 11.09.2011
 
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