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Warum das Immunsystem schlapp macht

Forscher entdecken Ursache für chronische Bakterieninfektionen

Antibiotika helfen bei chronischen Infektionen meist nicht

Antibiotika helfen bei chronischen Infektionen meist nicht
(Quelle: BananaStock)

Staphylokokken können sich nach einer Infektion in unserem Körper einnisten und zu schwerwiegenden chronischen Erkrankungen führen. Forscher des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) haben jetzt herausgefunden, warum das Immunsystem es manchmal nicht schafft, die Bakterien vollständig zu beseitigen. Ursache ist, dass ein wichtiger Typ von Abwehrzellen, die so genannten T-Zellen, seine Arbeit einstellt.

Den Zustand, in den die T-Zellen geraten, bezeichnen Immunologen als Anergie, das heißt „Unempfindlichkeit“. „Normalerweise stellt die Anergie einen Schutzmechanismus des Immunsystems dar, der verhindern soll, dass die Abwehrzellen irrtümlich den eigenen Körper angreifen und Autoimmunkrankheiten entstehen“, erklärt Professorin Eva Medina, Leiterin der Arbeitsgruppe „Infektionsimmunologie“ am HZI. Dass T-Zellen auf einer Virus-Infektion mit Anergie reagieren, sei zwar bekannt, bei bakteriellen Infektionen jedoch eher ungewöhnlich.

Staphylokokken, allen voran der bekannte Stamm Staphylococcus aureus, gehören bei gesunden Menschen zur normalen Bakterien-Flora. Sie besiedeln unsere Haut, aber auch Körperhöhlen wie zum Beispiel die Nase und stellen in der Regel kein Problem für unsere Gesundheit dar. Gelangt S. aureus jedoch beispielsweise durch eine Wunde in den Körper, können schwere Komplikationen die Folge sein, die zu chronischen Infektionen der Lunge, des Herzens, der Knochen und Gelenke sowie anderer lebenswichtiger Organe führen. Antibiotika helfen in diesen Fällen meist nicht, die Bakterien verbleiben im Körper und führen zu immer wiederkehrenden Infektionen.

Bei Mäusen konnten die Forscher zeigen, dass am Anfang einer Infektion, in der so genannten akuten Phase, die Immunantwort ganz normal anläuft: Abwehrzellen erkennen und bekämpfen den Erreger. Nach zwei bis drei Wochen jedoch schwächte sich die Immunantwort ab, obwohl die Bakterien noch da waren. Mit der Erschöpfung der T-Zellen und ihrer Unfähigkeit, die Bakterien zu bekämpfen, ist dann der Punkt erreicht, an dem die Infektion beginnt, chronisch zu werden.

"Wir müssen nun verstehen, wie wir das Ausschalten der T-Zellen verhindern können, sodass sie bei der Staphylokokken-Infektion voll einsatzfähig sind", fügt Eva Medina hinzu. "Dies wäre dann ein guter Ansatz, neue Immuntherapien für die Behandlung von Patienten zu entwickeln."

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung: Die erschöpfte Immunabwehr. 13. September 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 13.09.2011
 
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