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Antibiotikum-Gel gegen Borreliose

Wissenschaftler entwickeln weniger belastende Therapie

Zecken können die gefährliche Lyme-Borreliose übertragen

Zecken können die gefährliche Lyme-Borreliose übertragen
(Quelle: Kurt Michel/Pixelio)

Blutsaugende Zecken sind nicht nur unangenehm, sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen. Die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose muss bislang noch mit einer mehrwöchigen Antibiotika-Therapie behandelt werden. Münchner Forscher entwickelten jetzt ein Verfahren mit einem flüssigen Antibiotikum-Gel, das weit weniger belastend ist.

Die Lyme-Borreliose ist eine gefährliche Infektionskrankheit. Sie wird durch Zecken übertragen, die das Bakterium Borrelia burgdorferi und verwandte Erreger während einer Blutmahlzeit aufnehmen und beim nächsten Stich an Mensch oder Tier weitergeben. Nach Schätzungen sind in Westeuropa ein Drittel bis zu einer Hälfte aller Zecken Träger von Borrelien. Anfangs verläuft die Erkrankung zunächst nur mit milden Symptomen ab. Wird sie nicht behandelt, kann sie aber zu schweren Schäden in der Haut, den Gelenken, dem Herzen und dem Nervensystem führen, wobei sie in diesem späteren Stadium nur schwer zu therapieren ist.

Zurzeit müssen sich Borreliose-Patienten noch einer mehrwöchigen Antibiotika-Therapie unterziehen, die in vielen Fällen intravenös verabreicht wird – nicht nur für Kinder eine hohe Belastung. Dazu kommt, dass eine Behandlung oft auch auf Verdacht eingeleitet werden muss, weil sich die Erreger direkt nach dem Zeckenstich noch nicht im Organismus nachweisen lassen.

Ein Forscherteam der Ludwig-Maximilians-Universität München um den Veterinär-Bakteriologen Professor Reinhard Straubinger konnte nun im Tierversuch zeigen, dass ein an der Einstichstelle der Zecke angebrachtes, flüssiges Gel mit dem Antibiotikum Azithromycin die Infektion im Keim ersticken kann. Mittlerweile wird diese lokale Antibiotika-Therapie gegen Borrelien auch an infizierten Menschen in einer Phase-III-Studie getestet.

„Bei unserem Ansatz wird das Antibiotikum über ein transparentes, selbst klebendes Pflaster direkt auf die Stichstelle aufgebracht“, erklärt Straubinger. „Weil nur sehr wenig Antibiotikum enthalten ist, bleibt die Wirkung lokal begrenzt und auch Nebenwirkungen treten kaum auf.“

Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München: Wenn Zecken gefährliche Infektionen übertragen – Lokale Antibiotika-Therapie stoppt Lyme-Borreliose. 15. September 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2011
 
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