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Schlank durch gestörten Fettstoffwechsel

Studie gibt Einblick in Zusammenhang zwischen Fettverbrennung und Übergewicht

Fehlendes Enyzm verringert das Körperfett

Fehlendes Enyzm verringert das Körperfett
(Quelle: DAK/Wigger)

Ein gestörter Fettstoffwechsel kann paradoxerweise schlank machen. Dies zeigte ein europäisches Wissenschaftlerteam mithilfe eines Mausmodells. Schalteten die Forscher das Gen für ein bestimmtes Enzym des Fettsäureabbaus aus, so blieben die Tiere trotz einer fettreichen Ernährung schlank. Da ihre Körpertemperatur anstieg und sie die Energie, die im Nahrungsfett steckt, nicht vollständig zur Energiegewinnung nutzen konnten, mussten die Tiere mehr Fettsäuren abbauen als normalerweise notwendig wäre, um ihren Energiebedarf zu decken.

Bei einer Suche nach Genen, die Übergewicht begünstigen, wurde ein europäisches Wissenschaftlerteam unter Führung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) erstmals auf das Gen eines Enzyms aufmerksam, das von den Forschern kurz SCHAD genannt wird. Seit langem weiß man, dass dieses Enzym sowohl bei Mäusen als auch bei Menschen am Fettsäureabbau beteiligt ist. Bislang war jedoch unbekannt, dass es eine Rolle für die Entstehung von Übergewicht spielt und über welche Mechanismen es das Körpergewicht beeinflusst.

Um die Bedeutung der Enzymfunktion genauer zu untersuchen, nutzten die Wissenschaftler ein Tiermodell. Bei diesem handelte es sich um Mäuse, bei denen die Forscher das Gen, das den Bauplan für SCHAD enthält, gezielt entfernt hatten. Unter einer fettreichen Diät hatten diese Mäuse im Vergleich zu Kontrolltieren ein vergleichsweise geringes Körpergewicht und eine deutlich geringere Körperfettmenge. Zudem war ihre Körpertemperatur erhöht. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Tiere über den Urin bestimmte Stoffwechselzwischenprodukte des Fettsäureabbaus ausschieden und mehr Fettsäuren verbrannten. Dabei fraßen beide Mausgruppen gleich viel und waren auch in gleichem Umfang körperlich aktiv.

„Wie unsere Auswertungen zeigen, konnten die genetisch veränderten Mäuse nur etwa vier Fünftel der Energie nutzen, die das Fettfutter normalerweise liefert, da sie das Fett nur unvollständig verbrennen“, erklärt Nadja Schulz, Erstautorin der Studie. „Hinzu kommt der Energieverlust, der durch die erhöhte Körpertemperatur entsteht.“ Um das Energiedefizit auszugleichen, müssten die Mäuse also mehr Nahrungsfett verbrennen als die Kontrolltiere und speicherten es nicht in Form von Körperfett. SCHAD sei also wichtig, um die Energie, die im Nahrungsfett enthalten ist, vollständig zur Energiegewinnung für den Körper nutzen zu können.

„Unsere Studienergebnisse geben einen Einblick in die molekularen Zusammenhänge zwischen Fettverbrennung, Energiestoffwechsel und Übergewicht“, erläutert Annette Schürmann, Leiterin der Abteilung Experimentelle Diabetologie am DIfE. „Ein besseres Verständnis der Zusammenhänge ist dringend erforderlich, um neue Behandlungsmethoden entwickeln zu können, die krankhaft übergewichtigen Menschen helfen, ihr Körpergewicht zu verringern.“

Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke: Gestörter Fettstoffwechsel kann schlank machen. 17. Oktober 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 18.10.2011
 
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