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Frühgeburt durch Masern

Experten empfehlen Frauen mit Kinderwunsch eine Impfung

Masern in der Schwangerschaft können gefährlich sein

Masern in der Schwangerschaft können gefährlich sein
(Quelle: BananaStock)

In Deutschland hat sich die Zahl der Masernfälle seit 2010 verdoppelt. Erkrankt eine schwangere Frau mit Masern, so kommt es bei bis zu 25 Prozent der Schwangerschaften zu einer Frühgeburt. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt daher Frauen mit Kinderwunsch, den Impfschutz gegen die Infektionskrankheit zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet derzeit in Westeuropa eine massive Zunahme von Maserninfektionen. Allein in Deutschland sind von Januar bis Oktober 2011 über 1.500 Fälle aufgetreten, doppelt so viele wie in 2010. Steckt sich eine Frau in der Schwangerschaft mit der Infektionskrankheit an, kommen bis zu einem Viertel der Babys zu früh auf die Welt. Deshalb betont Professor Klaus Friese, Präsident der DGGG: „Frauen mit Kinderwunsch sollten unbedingt gegen Masern geimpft sein, um eine mögliche Fehl- oder Frühgeburt als Erkrankungsfolge zu verhindern.“ Hier bestehe laut Friese ein erheblicher Nachholbedarf. Die Masern-Immunität liegt in Deutschland auf einem denkbar schlechten Niveau, etwa auf gleichem Level wie die Masernimmunität in Rumänien. Beide Länder bilden in Sachen Masernschutz das Schlusslicht innerhalb der EU. Krankheitsausbrüche seien deshalb vorhersehbar.

Masern sind eine schwere Infektionskrankheit. Die wichtigste Komplikation in der Schwangerschaft sind neben dem hohen Fieber schwere Lungenentzündungen. Wenn die Infektion sehr spät in der Schwangerschaft auftritt, so kann das Baby mit Masern geboren werden. Da Neugeborene noch kein ausgereiftes Immunsystem haben, können diese Erkrankungen lebensbedrohlich verlaufen. Fehlbildungen durch eine Maserninfektion sind allerdings nicht zu befürchten. Deshalb besteht keine Veranlassung für eine pränatale Diagnostik oder einen Schwangerschaftsabbruch, wenn eine Infektion während der Schwangerschaft auftritt. Das gilt übrigens auch für Masernimpfungen, die aus Versehen in einer frühen Phase der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Wenn eine Schwangere, die keinen Impfschutz hat, in Kontakt mit Infizierten kommt, so kann die sofortige Gabe von Immunglobulinen den Ausbruch der Krankheit verhindern oder zumindest abschwächen. Wenn die Krankheit allerdings bereits voll ausgebrochen ist, ist diese Therapieform nicht mehr wirksam. Personen, die in der Kindheit zweimal gegen Masern geimpft wurden, haben lebenslang einen ausreichenden Impfschutz. Wurde allerdings nur einmal oder gar nicht geimpft, so empfiehlt das Robert-Koch-Institut für alle, die im Jahr 1970 oder später geboren sind, die Masernimpfung nachzuholen.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Frühgeburt durch Masern. 02. November 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 05.11.2011
 
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