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Nase verrät frühzeitig Alzheimer

Wissenschaftler entwickeln neues Diagnoseverfahren

Ablagerungen in der Nase weisen frühzeitig auf Alzheimer hin

Ablagerungen in der Nase weisen frühzeitig auf Alzheimer hin
(Quelle: Widdertier/pixelio.de)

Die Alzheimer-Erkrankung ist bislang nicht heilbar und nur schwer zu diagnostizieren. Wissenschaftler haben jetzt ein neues Diagnoseverfahren für die Krankheit entwickelt. Dazu machen sie Eiweiß-Ablagerungen in der Nasenschleimhaut sichtbar, die sich dort bereits Jahre vor Ausbruch der Erkrankung nachweisen lassen.

Um die Alzheimer-Erkrankung zu diagnostizieren, sind zurzeit aufwändige radiologische Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomographie, Berichte von Angehörigen oder Gedächtnistests notwendig. Mit diesen Methoden ist eine frühe Diagnose der Krankheit jedoch kaum möglich. Und wenn erste Symptome im Kurzzeitgedächtnis auftreten, sind schon erhebliche Schädigungen des Gehirns vorhanden.

Chemiker der Technischen Universität Darmstadt und Pathologen vom Klinikum Darmstadt haben nun eine viel versprechende neue Methode für die Früherkennung von Alzheimer entwickelt. Sie stellten fest, dass sich Ablagerungen des so genannten Tau-Proteins, die bei Alzheimer-Patienten zum Absterben betroffener Hirnzellen führen, bereits vor Beginn der Demenz in der Nasenschleimhaut nachweisen lassen.

„Bisher war lediglich bekannt, dass sich die schädlichen Ablagerungen nicht nur in Hirnzellen, sondern auch in den Nervenzellen der Augen zeigen“, erklärt Professor Boris Schmidt von der TU Darmstadt. „Daher wurde eine Diagnose per Retina-Scan favorisiert.“ Dabei sollten fluoreszierende Farbstoffe die Ablagerungen im Auge für den untersuchenden Arzt sichtbar machen. Bei Forschungsarbeiten an solchen Farbstoffen entdeckten die Chemiker und der Pathologe Roland Heyny-von Haussen, dass diese auch Ablagerungen in der Nasenschleimhaut sichtbar machten. „Wir haben die typischen Ablagerungen an den so genannten Bowman-Drüsen in der Nase gefunden, die unter anderem das Nasensekret produzieren“, erläutert Schmidt.

Da die Veränderungen in der Nasenschleimhaut sehr hoch mit den Ablagerungen im Gehirn korrelieren, erlaubt die Untersuchung der Nasenschleimhaut bislang genauere Aussagen über das Krankheitsstadium als ein Retina-Scan. „Je mehr Tau-Ablagerungen wir in den Nasen der Patienten gefunden haben“, erläutert Schmidt, „desto stärker waren auch die Hirnstrukturen befallen.“ Bei Ablagerungen im Auge konnte ein solcher Zusammenhang bisher nicht sicher festgestellt werden. Einen weiteren Vorteil der Nasen-Untersuchung sehen die Wissenschaftler darin, dass Patienten weniger beeinträchtigt werden. Eine mögliche Vorsorgeuntersuchung könnte so aussehen, dass die Farbsubstanz in Tablettenform oder per Nasenspray verabreicht wird. Die eigentliche Untersuchung könnte dann mit einem Licht-Endoskop erfolgen.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Technischen Universität Darmstadt: Ablagerungen in der Nase weisen Jahre vor ersten Symptomen auf Alzheimer-Erkrankung hin. 15. November 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 15.11.2011
 
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