Tipp

Zahl der HIV-Neuinfektionen nimmt ab

Robert Koch-Institut veröffentlicht neue Zahlen zu HIV und AIDS

Immer weniger Deutsche infizieren sich mit HIV

Immer weniger Deutsche infizieren sich mit HIV
(Quelle: BZgA)

Die Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland ist gesunken. Dies zeigt eine neue Modellierung des Robert Koch-Instituts anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember, die eine genauere Schätzung des Infektionszeitpunktes als bisher ermöglicht. Die Zahl der Personen mit HIV oder AIDS steigt aber immer weiter an. Ingesamt sind in Deutschland etwa 73.000 Menschen betroffen.

Für das Jahr 2011 werden 2.700 Neuinfektionen geschätzt, davon 2.250 Männer und 450 Frauen. Der höchste Wert für HIV-Neuinfektionen lag nach dem neuen Modellierungsverfahren im Jahr 2006 bei rund 3.400 Infektionen und geht seitdem zurück. „Zu den wichtigsten Ursachen für diese positive Entwicklung gehören die intensivierte Prävention und die zunehmend frühere Diagnose und Behandlung HIV-Infizierter, die dann weniger infektiös für ihre Sexualpartner sind“, erklärt Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts. „Aber eine HIV-Infektion ist nach wie vor nicht heilbar, auch wenn sie mit Medikamenten meist gut behandelbar ist.“ Zur weiteren Vorsicht mahnt auch die gegenwärtig wieder steigende Zahl der dem RKI übermittelten Syphilisfälle bei Männern, welche die Zahl der HIV-Neuinfektionen negativ beeinflussen könnte. Syphilis-Erkrankte stecken sich leichter mit HIV an und können die Erkrankung auch leichter übertragen.

Insgesamt leben in Deutschland etwa 73.000 Menschen mit HIV oder AIDS. Diese Zahl steigt seit Mitte der 1990er Jahre an, da die Zahl der Neuinfektionen höher ist als die Zahl der Todesfälle. Das RKI geht davon aus, dass bei etwa 14.000 der HIV-Infizierten die Infektionen noch nicht diagnostiziert worden ist. Für das Jahr 2011 werden etwa 500 Todesfälle bei HIV-Infizierten geschätzt. Die am stärksten von HIV betroffene Gruppe sind nach wie vor Männer, die Sex mit Männern haben. 45.000 der in Deutschland mit HIV oder AIDS lebenden Personen gehören zu dieser Gruppe.

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen, die oftmals unbemerkt erfolgen, ist zu unterscheiden von der Zahl der dem RKI übermittelten HIV-Neudiagnosen, da HIV-Infektion und –Test zeitlich weit auseinander liegen können. Die aktualisierte Schätzung zu Stand und Verlauf der HIV-Epidemie in Deutschland unterscheidet sich von früheren Schätzungen hauptsächlich dadurch, dass der Zeitabstand zwischen HIV-Infektion und –Diagnose genauer in die Schätzungen einfließt. Für frühere Schätzungen musste vereinfachend davon ausgegangen werden, dass der Diagnosezeitpunkt dem Infektionszeitpunkt entspricht. Die neue Methode modelliert den tatsächlichen Verlauf der Epidemie sehr viel genauer, da der Infektionszeitpunkt jetzt auf Grundlage des klinischen Stadiums und der CD4-Zellzahl zum Zeitpunkt der HIV-Diagnose geschätzt werden kann. Bei einer HIV-Infektion verringert sich mit der Verschlechterung des Immunsystems die Anzahl der CD4-tragenden Immunzellen.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts, Berlin: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist gesunken. 21. November 2011

Alle News

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 23.11.2011
 
Tipp