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Depression erhöht Risiko für Schlaganfall

Depressive Lebensführung könnte für Grund für Zusammenhang sein

Antriebslosigkeit und sozialer Rückzug sind typisch bei Depressionen

Antriebslosigkeit und sozialer Rückzug sind typisch bei Depressionen
(Quelle: DAK/Wigger)

Menschen mit Depressionen erleiden deutlich häufiger einen Schlaganfall als psychisch Gesunde. Einer Studie zufolge haben Depressive ein erhöhtes Risiko für einen Hirnschlag. Auch die Wahrscheinlichkeit, an dieser Volkskrankheit zu versterben, ist höher als bei Gesunden. Damit zählt eine Depression neben Bluthochdruck, schlechter Ernährung und wenig Bewegung zu den Risikofaktoren für einen Schlaganfall.

Um dem Schlaganfallrisiko von Depressionskranken auf den Grund zu gehen, werteten die Forscher um An Pan von der Harvard Medical School of Public Health, Boston, USA, die Daten von insgesamt 317.540 Patienten aus. Zu Beginn untersuchten die Ärzte die Personen auf depressive Symptome und betreuten sie in der Folge noch bis zu 29 Jahre lang. In diesem Zeitraum erlitten 8.478 Studienteilnehmer einen Schlaganfall. Die Daten zeigen, dass Depressive ein um 45 Prozent höheres Risiko haben, einen Hirnschlag zu erleiden. Ihr Risiko, an einem Schlaganfall zu versterben, lag sogar um 55 Prozent höher als bei psychisch Gesunden. „Legt man unsere Zahlen zugrunde, sind etwa vier Prozent aller Schlaganfälle in den USA auf eine Depression zurückzuführen“, machen die Autoren die Relevanz ihrer Ergebnisse deutlich. Hochgerechnet auf Deutschland wären dies 10.000 Schlaganfälle jährlich.

Grund für diesen Zusammenhang könnte der veränderte Hormonhaushalt von Depressiven sein, der dazu führt, dass Entzündungen verstärkt werden und dadurch das Schlaganfallrisiko erhöht. Darüber hinaus vernachlässigen Depressive eher ihre Gesundheit. Studien haben gezeigt, dass depressive Menschen häufiger rauchen, sich körperlich weniger betätigen und schlechter ernähren. Diese Faktoren und die daraus entstehenden Folgeerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck könnten für das erhöhte Schlaganfallrisiko von Depressiven mitverantwortlich sein.

„Gerade Menschen mit Depressionen müssen über die bekannten Risikofaktoren für einen Schlaganfall, wie hoher Blutdruck, schlechte Ernährung oder wenig Bewegung, aufgeklärt werden“, rät Professor Martin Grond aus Siegen, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Depressive Menschen sterben eher am Schlaganfall. 28. November 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 30.11.2011
 
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