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Viel trinken, um Schlaganfall vorzubeugen

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr reduziert Risiko für Rückfall

Wer viel trinkt, reduziert sein Schlaganfallrisiko

Wer viel trinkt, reduziert sein Schlaganfallrisiko
(Quelle: BananaStock)

„Und denken Sie bitte daran: immer viel trinken“. Kaum ein Arztbesuch, bei dem dieser Ratschlag fehlt. Wissenschaftlich untermauert ist er allerdings kaum. Einen Beleg für den positiven Nutzen einer ausreichenden Flüssigkeitsmenge liefern jetzt aber Wissenschaftler der Universität Münster. Die zentrale Erkenntnis: Viel trinken kann das Risiko für einen zweiten Schlaganfall verringern, vielleicht sogar einen ersten verhindern.

Die Arbeit der Forscher stützt sich auf eine Studie an 563 Teilnehmern, die wenige Wochen zuvor einen Schlaganfall erlitten hatten. Die Patienten wurden anschließend über einen Zeitraum von zwei Jahren überwacht. „Der eigentliche Zweck dieser Studie war, die Wirkung zweier Medikamente zu vergleichen, die die Verklumpung von Blutplättchen verhindern“, erklärt Studienleiterin Sabine Mücke. Die Patienten sollten möglichst viel trinken und ihre Flüssigkeitsaufnahme in einem Trinkkalender dokumentieren. Für je 100 Milliliter Flüssigkeit strichen die Probanden ein Kästchen ab – Kaffee und Alkohol zählten wegen ihre entwässernden Wirkung nur zur Hälfte.

Die Patienten wurden dann in zwei Gruppen eingeteilt: diejenigen, die durchschnittlich mehr als zwei Liter getrunken hatten, und diejenigen, deren Konsum darunter lag. „Beim Vergleich der Rückfallquote stellte sich heraus, dass die „Vieltrinker“ deutlich seltener einen erneuten Schlaganfall erlitten hatten“, berichtet Mücke. Bei ihnen lag die Rückfallquote um 25 Prozent niedriger. Zudem war die Neigung der Blutplättchen, miteinander zu reagieren und zu verklumpen, bei den „Vieltrinkern“ geringer. In den meisten Fällen sind Plaques in den Blutgefäßen des Gehirns für einen Schlaganfall verantwortlich. Lösen sich Teile davon, kann es zu einem Gefäßverschluss und damit zum so genannten Hirninfarkt kommen. „Aktivierte Blutplättchen spielen eine entscheidende Rolle dabei“, erläutert Mücke.

Um einen weiteren Schlaganfall zu verhindern, sollte man nach Aussage Mückes mehr als zwei Liter am Tag trinken. Diese Menge könnte vermutlich auch das Risiko für einen ersten Schlaganfall und andere Probleme des Herz-Kreislauf-Systems senken, so das Fazit der Ärztin. Sie rät, die allgemein empfohlene Flüssigkeitsmenge auf jeden Fall einzuhalten, an heißen Tagen auch noch mehr zu trinken. „Da das Durstgefühl mit dem Alter erfahrungsgemäß abnimmt, sollten bereits jüngere Leute darauf achten, ausreichend zu trinken“, empfiehlt Mücke. So steige die Wahrscheinlichkeit, dass diese gute Gewohnheit auch in späteren Lebensjahren beibehalten wird. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Patienten mit einer Herzschwäche oder bestimmten Nierenleiden sollten vor einer Heraufsetzung ihrer täglichen Trinkmenge ihren Arzt zu Rate ziehen.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Westfaelischen Wilhelms-Universität Münster: „Vieltrinken“ erleiden seltener einen zweiten Schlaganfall. 06. Februar 2012

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 09.02.2012
 
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