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Neue Therapie bei Hautkrebs

Erster Patient erfolgreich mit Immuntherapie behandelt

Ausreichender Sonnenschutz kann Hautkrebs vorbeugen

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(Quelle: BananaStock)

Jährlich erkranken etwa 14.000 Menschen in Deutschland neu an Hautkrebs. Nach vier Jahren experimenteller Arbeit veröffentlichten Forscher der Uniklinik Köln und der Universität zu Köln im Februar 2011 ihre ersten Ergebnisse zu einer neuen effektiveren Therapieform bei dieser Erkrankung. Etwa ein halbes Jahr später begannen sie erstmals, einen Patienten mit der neuen Immuntherapie zu behandeln – mit äußerst viel versprechendem Ergebnis, wie sich jetzt herausstellt.

In den Experimenten der Wissenschaftler um Prof. Dr. Hinrich Abken vom Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK) und der Klinik I für Innere Medizin zeigte sich, dass das Wachstum eines Melanoms von einigen wenigen Tumorzellen abhängig, den so genannten Masterzellen. Diese steuern den Tumor und machen lediglich zwei Prozent seiner Zellen aus. „Bisher war die Medizin davon ausgegangen, dass für eine erfolgreiche Behandlung 99,99 Prozent der Krebszellen chirurgisch oder medikamentös entfernt werden müssen“, erklärt der Mediziner. Nach Abkens neuem Ansatz müssen lediglich bestimmte Tumorzellen vernichtet werden, um Tumore dauerhaft auszulöschen. „Mithilfe der neuen Strategie können wir bestimmte Proteine auf der Oberfläche der Masterzellen erkennen und diese dann gezielt vernichten“, erklärt Abkens.

Ein erster Patient mit einem stark gestreuten Melanom hat jetzt von diesem neuen Ansatz profitiert. „Chirurgische Eingriffe an den multiplen Haut- und Lymphknotenmetastasen sowie chemotherapeutische Behandlungen haben dem Mann zuvor nicht geholfen“, so Prof. Dr. Dr. Cornelia Mauch, Leiterin des Hauttumorzentrums der Uniklinik Köln. Dann behandelten die Ärzte des Zentrums den 74-Jährigen etwa sechs Monate ambulant in einer lokalen Therapie mit einem Anti-CD20-Antikörper, der gezielt die Masterzellen des Melanoms zerstörte. Der Antikörper ist bereits länger bekannt, wurde bisher jedoch bei anderen Erkrankungen mit anderen Zielen eingesetzt. „Was zuvor unsere Modelle vorausgesagt hatten, konnten wir jetzt bei dem Patienten beobachten“, berichtet Abken. „Der gesamte Tumor ist verschwunden, obwohl 98 Prozent der Tumorzellen nicht durch den Antikörper zerstört wurden.“ Die spannende Frage sei gewesen, so der Forscher, ob das neue Konzept richtig ist. „Es ist nicht nur irgendeine neue Therapie bei Hautkrebs, sondern die erste Bestätigung für ein vollkommen neues Verständnis in der Krebstherapie. Wir werden künftig für die Therapieplanung berücksichtigen müssen, welche Tumorzellen wir zerstören müssen.“

Die gezielte Zerstörung spezieller Tumorzellen, entweder durch Antikörper oder durch Immunzellen, ist außerordentlich komplex. Daher ist weitere intensive Forschung notwendig, um die Therapie in breitem Rahmen anwenden zu können. Die Wissenschaftler der Uniklinik Köln sind sich sicher, dass ihre Erkenntnisse zu einem Paradigmenwechsel in der Krebstherapie führen und die Basis zukünftiger therapeutischer Strategien bilden.

Pressemitteilung der Uniklinik Köln: Aussichtsreiche neue Therapieform bei Hautkrebs – Erster Patient erfolgreich an der Uniklinik Köln. 08. Februar 2012

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 11.02.2012
 
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