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Grüner Star: Vorsorge verhindert Blindheit

Glaukom-Risiko sollte regelmäßig durch Kombi-Untersuchung geprüft werden

Vorsorgeuntersuchungen können Erblindung verhindern

Vorsorgeuntersuchungen können Erblindung verhindern
(Quelle: Papiertiger/Pixelio)

Etwa ein Prozent der über 40-Jährigen leidet am Grünen Star im Auge, auch Glaukom genannt. Noch immer erblinden Betroffene daran, obwohl es vermeidbar wäre. Deshalb betonen Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), wie wichtig regelmäßige Kontrollen von Augeninnendruck und Sehnerv sind, um bei der Erkrankung rechtzeitig einschreiten zu können. Der Augeninnendruck lässt sich medikamentös senken, Schäden durch ein Glaukom sind jedoch unumkehrbar.

Ursache eines Glaukoms ist häufig ein erhöhter Augeninnendruck. Dieser führt dazu, dass der Sehnerv dort, wo er das Auge verlässt, allmählich zerstört wird. Die Folgen sind Gesichtsfeldausfälle. Um den Augeninnendruck zu prüfen, setzt der Augenarzt ein Messkölbchen auf die Hornhaut des Auges. Ergänzend misst er die Hornhautdicke. „Erhöhter Augeninnendruck allein muss jedoch nicht zum Glaukom führen“, erklärt DOG-Experte Prof. Dr. med. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, „und umgekehrt tritt ein Glaukom bei fast einem Drittel der Patienten auch ohne erhöhten Augeninnendruck auf.“ Sehr wichtig sei es deshalb, den Sehnerv zu untersuchen, da sich an diesem die Glaukom-Erkrankung erkennen ließe.

Besondere Aufmerksamkeit widmet der Arzt dabei der Papille im Augenhintergrund, an der sich alle Nervenfasern der Netzhaut zum Sehnerven vereinigen, der ins Gehirn führt. Anhand spezieller Messungen und Fotos kann er Veränderungen des Nervs erkennen. „Nur die kombinierte Untersuchung von Augeninnendruck und Sehnerv lässt eine Aussage über das Bestehen eines Glaukoms zu“, ergänzt Pfeiffer. „Durch eine qualifizierte Kontrolluntersuchung können wir das Risiko für eine Glaukom-Erkrankung gut abschätzen und entscheiden, wann mit einer Therapie begonnen werden sollte.

Mit Medikamenten kann der Arzt den Abfluss des Kammerwassers erhöhen oder dessen Produktion senken und damit den Augendruck lindern. Helfen Augentropfen nicht, ist auch eine Laserbehandlung oder eine Operation möglich. Alle Menschen mit einem bestehenden Risiko für ein Glaukom sollten die schmerzlosen Untersuchungen regelmäßig durchführen lassen. In ihrer Leitlinie zur Erkennung des Glaukoms empfiehlt die DOG allen Menschen ab 40 eine dreijährliche Kontrolle. Bei über 65-Jährigen sollte diese alle ein bis zwei Jahre stattfinden.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft: DOG: Glaukom-Risiko durch Kombi-Untersuchung prüfen. 20. Februar 2012

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 21.02.2012
 
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