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Brustkrebs: Therapie verhindert Metastasierung

Wissenschaftler entdecken möglichen Ansatz gegen aggressiven Brustkrebs

Neue Therapie könnte Metastasierung bei Brustkrebs verhindern

Neue Therapie könnte Metastasierung bei Brustkrebs verhindern
(Quelle: BananaStock)

Bei besonders aggressiven Brustkrebsformen können sich Krebszellen in andere Organe absiedeln und dort Metastasen bilden. In diesen Fällen ist eine echte Heilung nur noch selten. Daher ist es enorm wichtig, die Metastasierung der Brustkrebszellen zur verhindern, was den bestehenden Therapieformen allerdings nur teilweise gelingt. Wissenschaftler haben nun einen Ansatz entdeckt, um die Metastasierung von aggressiven Brustkrebsformen zu unterbinden und damit die Prognose der Patientinnen zu verbessern.

Brustkrebs ist bei Frauen die mit Abstand häufigste Krebserkrankung, die ungefähr jede zehnte Frau im Laufe ihres Lebens betrifft. Etwa ein Viertel aller Patientinnen erkrankt an einer besonders aggressiven Form des Brustkrebses, bei der Tumorzellen sehr häufig in andere Organe metastasieren. Diese aggressive Brustkrebsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Tumorzellen das Protein ErbB-2 produzieren. Wenn in der bei jeder Brustkrebspatientin routinemäßig entnommenen Gewebeprobe dieses Protein in den Tumorzellen nachgewiesen werden kann, müssen sich die Betroffenen einer besonderen und aufwändigen Therapie unterziehen. Trotz dieser Behandlung kann das Auftreten von Metastasen nicht immer verhindert werden.

Was ausgerechnet ErbB-2-produzierende Tumoren so aggressiv macht, haben nun Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim herausgefunden. „Durch Untersuchungen im Nervensystem war bekannt, dass ErbB-2 einen Komplex mit dem Rezeptorprotein Plexin-B1 bildet, das die Bewegung und Wanderung von Zellen steuert“, erläutert Studienleiter Thomas Worzfeld. „Wir haben deshalb gezielt in Brustkrebszellen nach einem Zusammenspiel dieser Proteine gesucht.“ Die Bad Nauheimer Forscher wurden fündig: Schalteten sie das Plexin-B1 in Brustkrebszellen ab, verloren die Zellen die Fähigkeit zu wandern. Auf diese Weise gelang es ihnen bei Mäusen mit ErbB-2-produzierendem Brustkrebs, die Anzahl der Lungenmetastasen auf drastische Weise zu reduzieren.

Die Frage war nun, inwieweit diese Beobachtung auf den Menschen übertragbar sei. Bei der Untersuchung von Gewebematerial von Brustkrebspatientinnen stellten die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen dem Gehalt an Plexin-B1 im Tumorgewebe und der Prognose der Patientinnen fest. So hatten Patientinnen mit nur geringem Plexin-B1-Gehalt eine deutlich bessere Überlebenschance. Die Forscher schöpfen aus diesen Ergebnissen die Hoffnung, einen Ansatz zur Entwicklung einer neuen Therapie gefunden zu haben. „Wir wollen Plexin-B1 mit einem Antikörper gezielt ausschalten und hoffen, dadurch das Auftreten von Metastasen zu unterdrücken“, hofft Worzfeld. Bis feststünde, ob der Antikörper in der Klinik erfolgreich eingesetzt werden könne, sei allerdings noch ein sehr weiter Weg.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.: Forscher entdecken möglichen Ansatz gegen aggressiven Brustkrebs. 02. März 2012

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.03.2012
 
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