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Kein Mett für Kleinkinder!

Rohes Fleisch ist häufig mit Krankheitserregern belastet

Vor allem Kleinkinder sollten kein rohes Fleisch verzehren

Vor allem Kleinkinder sollten kein rohes Fleisch verzehren
(Quelle: BananaStock)

In Deutschland wird einer aktuellen Studie des Robert Koch-Instituts zufolge rohes Fleisch öfter als erwartet auch von kleinen Kindern verzehrt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt besonders empfindliche Personengruppen wie kleine Kinder oder Schwangere davor, rohe tierische Lebensmittel zu verzehren. Diese seien häufig mit Krankheitserregern belastet und könnten unter anderem Salmonellen, EHEC, Listerien aber auch Viren und Parasiten übertragen.

Eine aktuelle im Epidemiologischen Bulletin veröffentlichte Studie des Robert Koch-Instituts hat gezeigt, dass rohes Schweinehackfleisch der wichtigste Risikofaktor für den Erwerb der Magen-Darm-Erkrankung Yersiniose ist, die durch eine Infektion mit Yersinien verursacht wird. Die Übertragung dieser Bakterien erfolgt hauptsächlich über Lebensmittel, insbesondere über rohes Schweinefleisch. Überraschend hoch war in der Studie der Anteil der Kinder, die rohes Schweinehackfleisch gegessen hatten. Sogar bei Kindern, die ein Jahr oder jünger waren, wurde bei knapp 30 Prozent der Erkrankten angegeben, dass sie Schweinehackfleisch roh verzehrt hatten.

Aber auch andere Bakterien werden über den Verzehr tierischer roher Lebensmittel übertragen. So kommen Campylobacter-Bakterien, die häufigsten Erreger von Darminfektionen beim Menschen, insbesondere in rohem oder unzureichend erhitztem Geflügelfleisch, aber auch in rohem Fleisch anderer Tierarten, in Rohmilch und in Hühnereiern vor. Infektionen mit Salmonellen, die vor allem in Geflügel- und Schweinefleisch zu finden sind, sind zwar in den letzten Jahren zurückgegangen, noch immer können aber in 5% der Hackfleischproben Salmonellen nachgewiesen werden. Dieses Ergebnis bestätigt, dass rohes Hackfleisch eine Infektionsquelle für den Menschen darstellen kann.

Zum Schutz vor den zum Teil schwer verlaufenden Lebensmittelinfektionen sollten besonders empfindliche Personengruppen wie Kinder und fünf Jahren, Schwangere, Senioren oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem vom Tier stammende Lebensmittel grundsätzlich nicht roh verzehren. Meiden sollten sie daher den Verzehr von rohem Hackfleisch bzw. Hackepeter, Rohwurst, Rohmilch und Rohmilchkäse, rohem Fisch (z.B. Sushi) und bestimmten Fischereierzeugnissen (z.B. Räucherlachs) sowie rohen Meerestieren (z.B. rohe Austern).

Insbesondere zerkleinertes Fleisch wie Hackfleisch bietet mit seiner großen Oberfläche den Mikroorganismen ideale Vermehrungsbedingungen. Deshalb sollte an der Bedientheke erworbenes Hackfleisch nur im Kühlschrank aufbewahrt und gleichen Tag verbraucht werden. Frisches Hackfleisch in Fertigpackungen sollte nach Ablauf des Verbrauchsdatums nicht mehr verzehrt werden. Vor dem Verzehr sollte Fleisch grundsätzlich ausreichend und gleichmäßig garen, bis der austretende Fleischsaft klar ist. Um Kreuzkontaminationen zu vermeiden, sollten außerdem beim Umgang mit rohen und gegarten Lebensmitteln nie dieselben Küchenutensilien verwendet werden, sofern diese vorher nicht gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt wurden. Die Hände sollten nach Kontakt mit rohen Lebensmitteln sofort gründlich gewaschen werden.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung: Hackepeter und rohes Mett sind nichts für kleine Kinder! 12. März 2012

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 13.03.2012
 
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