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Täglicher Sport beugt Herzproblemen bei Kindern vor

Experten empfehlen eine Schulsportstunde am Tag

Regelmäßiger Sport bei Kindern zeigt langfristige Effekte

Regelmäßiger Sport bei Kindern zeigt langfristige Effekte
(Quelle: DAK/Schläger)

Schüler, die täglich eine Stunde Sportunterricht haben, sind nicht nur fitter und körperlich leistungsfähiger als ihre weniger aktiven Altersgenossen. Sie leiden auch weniger häufig an Übergewicht. Damit sind sie auch vor Herz-Kreislauf-Risiken besser geschützt. Die positiven Langzeit-Effekte gezielter Bewegungsförderung in der Schule zeigt eine Leipziger Studie, die auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) vorgestellt wurde.

Die kurz- und mittelfristigen positiven Effekte eines täglichen Schulsportunterrichts auf das kardiovaskuläre Risiko von Schülern der Sekundarstufe 1 konnten im Rahmen des „Leipziger Gesundheitsprojekts Schule“ bereits früher nachgewiesen werden. Jetzt liegen erstmals Langzeit-Daten der Studie vor: Sieben Schulklassen nahmen fünf Jahre lang – zwischen der 6. und 10. Klasse – am Studienprogramm teil. Eine Gruppe der Schüler absolvierte täglich eine Stunde Schulsportunterricht mit einem Ausdaueranteil von mindestens 15 Minuten, während die Vergleichsgruppe die regulären zwei Schulsportstunden wöchentlich hatten.

Getestet wurden auf jährlicher Basis körperliche Fitness, Body-Mass-Index und motorische Fähigkeiten der Schüler. Bei der körperlichen Fitness, gemessen an der maximalen Sauerstoffaufnahme bei der Laufband-Spiroergometrie, betrug die durchschnittliche Differenz zwischen den beiden Gruppen rund fünf Milliliter pro Kilogramm und Minute. In der Gruppe mit dem täglichen Schulsport gab es außerdem weniger übergewichtige Kinder: Neun Prozent der Schüler mit dem täglichen Bewegungspensum hatten einen erhöhten BMI, in der Vergleichsgruppe waren es 16 Prozent.

„Wir empfehlen eine tägliche Schulsportstunde für alle Kinder und Jugendlichen zur Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen“, erklärt Dr. Ulrike M. Müller von der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie der Universität Leipzig. „Kinder und Jugendliche sind heute weniger körperlich aktiv als ihre Altersgenossen eine Generation zuvor.“ Das ungünstige Verhältnis von weniger Bewegung und Energiezufuhr bewirke eine steigende Häufigkeit von kindlichem und jugendlichem Übergewicht bis hin zur Fettleibigkeit (Adipositas). Das sei nicht nur deshalb problematisch, so Müller, weil schon im frühen Jugendalter erste atherosklerotische Veränderungen nachweisbar seien. „Aus dicken Kindern werden meist auch dicke Erwachsene, und damit Herz-Kreislaufrisiken wie metabolische Syndrom, Diabetes oder Bluthochdruck ebenfalls zu.“

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz – und Kreislaufforschung e.V.: Immer mehr übergewichtige Kinder: Tägliche Sportstunde beugt Herzproblemen vor. 11. April 2012

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 13.04.2012
 
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