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Bluthochdruck durch Fluglärm

Experten fordern Nachtflugverbot in Deutschland

Nächtlicher Fluglärm begünstigt Bluthochdruck und Gefäßerkrankungen

Nächtlicher Fluglärm begünstigt Bluthochdruck und Gefäßerkrankungen
(Quelle: Niko Korte/pixelio.de)

Menschen, die in der Umgebung eines Großflughafens wohnen, haben ein erhöhtes Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln. Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention begrüßt daher das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, das ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen bestätigte, und hofft auf eine bundesweite Umsetzung des Verbots.

Seit längerem ist bekannt, dass permanenter Fluglärm den Blutdruck steigen lässt und somit ein Gesundheitsrisiko für die Anwohner in der Nähe von Flughäfen darstellt. Das hatte schon die HYENA-Studie 2008 gezeigt, die Gesundheitsdaten von über 4.800 Personen, die mehr als fünf Jahre in der Umgebung eines europäischen Großflughafens gewohnt hatten, erhob und auswertete. Die Ergebnisse waren erschreckend, denn die Forscher fanden eine direkte Beziehung zwischen Lärmbelästigung und dem Bluthochdruckrisiko. Eine Erhöhung des nächtlichen Lärmpegels durch startende und landende Flugzeuge um zehn Dezibel stand mit einem signifikanten Anstieg des Blutdrucks in Verbindung. Eine Erhebung aus dem Jahr 2010 zeigte dann, dass vor allem die Menschen, die den nächtlichen Fluglärm bewusst wahrnehmen und als störend empfinden, mit einem Blutdruckanstieg reagieren. Männer waren in der dieser Studie häufiger davon betroffen als Frauen.

Derzeit wird noch untersucht, ob es „nur“ der Lärm ist, der den Blutdruck steigen lässt, oder auch die erhöhte Verschmutzung der Luft in der Nähe von Großflughäfen einen Einfluss hat. Darauf deuten aktuelle Daten hin, denen zufolge eine längerfristige Luftverschmutzung Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) begünstigen könnten, durch die dann wieder der Blutdruckanstieg zu erklären sei. Umgekehrt ist aber bekannt, dass auch Bluthochdruck die Gefäßverkalkung vorantreibt. Mit dem Blutdruck steigt daher auch das Risiko für Gefäßerkrankungen. Häufige Folgeerkrankungen der Hypertonie sind u.a. Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein chronisches Nierenversagen.

„Bluthochdruck ist gefährlich und daher sollten alle Präventionsmaßnahmen ergriffen werden“, fordert Prof. Dr. med. Ulrich Kintscher, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V.. „Bereits jetzt müssen wir von 35 Millionen Betroffenen in Deutschland ausgehen – und nur ein Bruchteil wird behandelt und kann damit Folgerisiken vorbeugen.“ Zu den Präventionsmaßnahmen gehöre auch eine erholsame Nachtruhe ohne dauerhafte Lärmbelästigungen, weshalb die Deutsche Hochdruckliga e.V. sich für ein Nachtflugverbot in ganz Deutschland stark macht. „Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, das dem Großflughafen Frankfurt ein Nachtflugverbot auferlegt hat, begrüßen wir sehr und hoffen, dass auch die anderen Flughäfen in Deutschland nachziehen“, erklärt Kintscher weiter. „Jede Chance, die hohe Hypertonieprävalenz in der Bevölkerung zu senken, muss genutzt werden – die Volksgesundheit muss vor wirtschaftlichen Interessen Vorfahrt haben!“

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Deutschen Hochdruckliga: DHL® begrüßt Nachtflugverbot: Fluglärm begünstigt Bluthochdruck und Gefäßerkrankungen. 19. April 2012

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 21.04.2012
 
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