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Solarien: Hautkrebsgefahr wird unterschätzt

Experten fordern regelmäßige Kontrolle von Solarien

Hautkrebsrisiko in Solarien wird häufig massiv unterschätzt

Hautkrebsrisiko in Solarien wird häufig massiv unterschätzt
(Quelle: manwalk/Pixelio)

Jährlich erkranken mehr als 220.000 Menschen neu an Hautkrebs, 26.000 davon am besonders gefährlichen malignen Melanom, dem „schwarzen Hautkrebs“. Zunehmend jüngere Menschen, insbesondere Frauen, sind davon betroffen. Experten machen häufige Solarienbesuche für diesen Trend verantwortlich. Das Risiko, durch regelmäßige Solariengänge an einem malignen Melanom zu erkranken, ist bedeutend höher, als bisher angenommen wurde. Experten der Deutschen Krebshilfe fordern deshalb, Solarien regelmäßig daraufhin zu kontrollieren, ob die seit Januar geltende UV-Schutz-Verordnung auch tatsächlich umgesetzt wird.

„Das Risiko, an einem malignen Melanom zu erkranken, steigt auf fast 200 Prozent, wenn Solarien bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig genutzt werden“, erklärt Prof. Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP). Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie französischer und italienischer Wissenschaftler, die im Rahmen des internationalen EUROSKIN-Workshops „Health Risks of Sunbed Use – Needs, Regulation and Perspectives“ in Berlin vorgestellt wurde.

Deutsche gelten als Europameister im künstlichen Bräunen. Das Mannheimer Institut für Public Health (MIPH) der Universität Heidelberg befragte 4.800 Bundesbürger zu ihren Solarien-Nutzungsgewohnheiten. Die „Sun Study 2012“ belegt, dass Menschen unter 36 Jahren sich besonders häufig künstlich bräunen. Derzeit nutzen etwa 3,5 Millionen unter 36-Jährige Sonnenbänke. Besonders häufig legen sich Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren unter die künstliche Sonne. Frauen dieser Altersgruppe gehen etwa doppelt so häufig wie Männer auf die Sonnenbank. Ein weiteres Ergebnis ist besonders schockierend: Etwa 167.000 der derzeitigen Solariennutzer sind minderjährig. Nach geltendem Recht sind die Betreiber verpflichtet, Jugendlichen den Zugang zu Solariengeräten zu verbieten. Sie riskieren seit März 2010 Bußgelder in Höhe von bis zu 50.000 Euro.

Mit der seit Anfang diesen Jahres geltenden UV-Schutz-Verordnung stellt Deutschland strenge Qualitätsanforderungen an die Betreiber von Solarien. So wird beispielsweise eine fachliche Qualifikation für das Personal von Sonnenstudios gefordert und eine einheitliche Bestrahlungsstärke von maximal 0,3 Watt pro Quadratmeter vorgeschrieben. Die Wirksamkeit der Verordnung wird jedoch davon abhängen, wie die einzelnen Bundesländer das Einhalten der Vorgaben in der Praxis kontrollieren. „Die Industrie versucht, durch das Erstellen eigener Ausbildungsmaterialien die geforderte unabhängige Ausbildung des Fachpersonals für Solarien zu unterlaufen“, warnt Dr. Rüdiger Greinert, Generalsekretär von EUROSKIN. Damit würde die unabhängige fachliche Beratung der Besucher in Solarien gefährdet. Ein weiterer beunruhigender Trend sei, dass Sonnenstudios verstärkt mit therapeutischen Angeboten werden. „UV-Therapien dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht nach einer klaren Nutzen-Risiko-Abwägung für den Patienten durchgeführt ewerden“, betont Breitbart, „denn UV-Strahlen sind ein Karzinogen und erhöhen das Hautkrebsrisiko.“

Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe e.V.: Solarien: Hautkrebsgefahr wird massiv unterschätzt. 24. April 2012

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 28.04.2012
 
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