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Neue Ansätze für Untersuchung und Diagnose der Epilepsie

Das Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience entwickelt neues Diagnoseverfahren

Epilepsie-Diagnoseverfahren

Epileptische Anfälle können anhand der Gehirnströme gemessen werden
(Quelle: iStockphoto)

Bei der Epilepsie handelt es sich um eine Erkrankung des Gehirns, welche sich vorwiegend in krampfartigen Anfällen äußert. Diese Anfälle können an den Veränderungen der Gehirnströme der Betroffenen gemessen werden. Wissenschaftler des Bernstein Zentrums für Computational Neuroscience an der Universität Freiburg haben eine Methode entwickelt, diese Veränderungen zu messen und gleichzeitig auszuwerten. Basierend auf der Elektroenzephalographie (EEG) und unterschiedlichen mathematischen Berechnungsverfahren können so die Anfälle bereits während der Aufzeichnung ausgewertet werden.

Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 57 Betroffene mit der neuen Methode. Während 1.400 Stunden Langzeit-EEG wurden 91 Fälle dokumentiert und im Voraus erkannt. Das System ist in der Lage, mittels verschiedener Berechnungsmethoden einzelne Anfallstypen voneinander zu unterscheiden. Somit ist eine detailliertere Diagnose als mit anderen Untersuchungsverfahren möglich. Außerdem ermöglicht die neue Methode eine genauere Unterscheidung epileptischer Anfälle von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen.

Auch bei gesunden Menschen gibt es messbare Veränderungen in den Hirnströmen. Jedoch werden diese nur von natürlichen Bedingungen wie Schlaf, Erregung und Ruhe bestimmt. Die Untersuchungsmethode der Freiburger Wissenschaftler ermöglicht eine bessere Unterscheidung von natürlichen und durch eine Krankheit bedingten Unregelmäßigkeiten.

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Quelle: Meier, R., Dittrich, H. et al.: Detecting Epileptic Seizures in Long-term Human EEG: A New Approach to Automatic Online and Real-Time Detection and Classification of Polymorphic Seizure Patterns. Journal of Clinical Neurophysiology, (Mai 2008)

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 12.06.2008
 
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