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Hilft Mittel aus der Krebstherapie bei Multipler Sklerose?

MS-Schübe werden durch ein Zytostatikum gebremst

Neue Therapie für Multiple Sklerose

Wirkstoff aus der Krebstherapie ist neue Hoffnung in der Behandlung von Multipler Sklerose.
(Quelle: iStockphoto)

Wissenschaftler der Johns Hopkins University School of Medicine und der Bloomberg School of Public konnten mithilfe des Wirkstoffs Cyclophosphamid den Verlauf der Multiplen Sklerose anhalten und zum Teil die Auswirkunegn der Krankheit rückgängig machen. In der 24-monatigen Studie untersuchten Forscher des aus der Chemotherapie bekannten Zytostatikums Cyclophosphamid.

Neun Betroffene erhielten im Rahmen der Untersuchung eine kombinierte Therapie aus dem Zytostatikum und einem Wirkstoff, welcher den Erholungsprozess des Knochenmarks unterstützt. Die Dosis des Zytostatikums war niedriger als bei bisherigen Studien, da die Gefahr von lebensgefährlichen Komplikationen sich mit der Dosis erhöht. Bei den neun Teilnehmern der Studie liegt eine schubförmig verlaufende Multiple Sklerose vor, bei allen Teilnehmern zeigten bisherige Therapien keine Wirkung.

Drei Monate nach Abschluss der Therapie wurden die Erkrankten unter anderem mittels Blutuntersuchung, Urinanalyse, Elektrokardiogramm und einer Magnetresonanztomographie untersucht. Nach Abschluss der Therapie erhielten die Betroffenen keine weitere medikamentöse Therapie. Bei allen Patienten konnte ein Stillstand der Veränderungen am Zentralen Nervensystem nachgewiesen werden. Bei sieben Teilnehmern wurde sogar ein Rückgang der durch die MS-Schübe verursachten Schäden beobachtet.

Die Wirkung der Therapie mittels Zytostatikum und Knochenmarksheilung hängt jedoch davon ab, in welchem Stadium sich der Betroffene befindet. Ist die Krankheit bereits zu weit vorangeschritten, kann der Schaden am Nervensystem nicht mehr angehalten werden. Die Tatsache, dass es im Rahmen der Untersuchung zu keinerlei gefährlichen Komplikationen kam, ist ebenfalls für zukünftige Studien von Bedeutung.

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Krishnan, C., Kaplin, A.I. et al.: Reduction of Disease Activity and Disability With High-Dose Cyclophosphamide in Patients With Aggressive Multiple Sclerosis. Archives of Neurology, Vol. 65, No. 8 (09.06.2008)

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 18.06.2008
 
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