Tipp

Nierenkrebs

Nierenkrebs muss operativ entfernt werden

Grundsätzlich ist eine Operation die einzige Möglichkeit, Nierenkrebs vollständig zu heilen
(Quelle: DAK/Scholz)

Beim Nierenkrebs handelt es sich um eine bösartige Gewebsneubildung der Niere. Nierenkrebs macht zirka zwölf Prozent aller Krebserkrankungen aus. Zurzeit geht man jährlich von etwa 6.500 neu erkrankten Frauen und 11.000 neu erkrankten Männern aus. Diese Zahlen sind in den letzten Jahren angestiegen, während die Rate derer, die an der Erkrankung versterben, aufgrund besserer medizinischer Versorgung leicht zurückgegangen ist. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei Frauen bei 67 Jahren und bei Männern bei 71 Jahren.

Der so genannte Nierenzellkrebs stellt mit 85 Prozent aller Nierenkrebs-Erkrankungen des Erwachsenenalters den größten Teil dar. Seltenere Nierenkrebsarten sind der Wilms-Tumor, Sarkome oder Lymphome der Niere. Bei den allermeisten Tumorarten ist nur eine Niere betroffen.


Wie entsteht Nierenkrebs?

Genaue Ursachen für die Entstehung einer Nierenkrebs-Erkrankung sind bisher nicht bekannt. Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, Rauchen und Bluthochdruck. Chronische Nierenfunktionsschäden (beispielsweise chronische Niereninsuffizienz) können die Krebsbildung begünstigen, ebenso der Kontakt mit nierenschädigenden Stoffen (z.B. Arsen, Asbest, Cadmium, Kohlenwasserstoffe). Darüber hinaus kann die Veranlagung zu Nierenzellkrebs auch vererbt werden. Bestimmte Krankheiten weisen auf eine genetische Ursache des Nierenzellkrebses hin. Ein Beispiel dafür ist das so genannte von-Hippel-Lindau-Syndrom.


Welche Symptome treten bei Nierenkrebs auf?

Die klassischen Symptome sind Blut im Urin, ein tastbares Geschwulst sowie Schmerzen in der Nierenregion. Die Kombination dieser Beschwerden wird allerdings nur selten bzw. erst bei fortgeschrittenerer Erkrankung beobachtet. Auch Symptome wie unklares Fieber, starke Müdigkeit, Leistungsminderung und Gewichtsverlust, die auf eine Tumorerkrankung hindeuten können, treten meist erst spät auf. Zu Beginn der Erkrankung verursacht Nierenkrebs nur selten Beschwerden. Dadurch wird Nierenkrebs häufig nur zufällig entdeckt, wenn eine Ultraschalluntersuchung aus einem anderen Grund bei dem Betroffenen durchgeführt wird.


Wie wird Nierenkrebs diagnostiziert?

Es gibt keine besonderen Blutwerte, die auf eine Nierenkrebs-Erkrankung hinweisen. Da die Betroffenen meist nur wenig oder gar keine Beschwerden haben, wird Nierenkrebs daher häufig zufällig entdeckt. Der Verdacht der Erkrankung kann zum Beispiel bei der Abklärung von Blut im Urin oder im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane aufkommen. In diesen Fällen wird der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen. Als Basisuntersuchung zur Erkennung einer Nierenkrebs-Erkrankung gilt neben der Ultraschall-Untersuchung die so genannte Ausscheidungsurographie. Dies ist eine spezielle Röntgenuntersuchung des Harntrakts zur Darstellung der Nieren, der Harnleiter und der Harnblase. Ein möglicherweise bösartiger Befund damit meist erkannt werden.

Die genaue Diagnose lässt sich mit einer Computertomographie (CT) stellen. Zudem kann der Arzt mit dieser Untersuchung beurteilen, wie fortgeschritten die Krebserkrankung ist. In seltenen Fällen wird statt der Computertomographie eine Kernspintomographie (MRT) durchgeführt.


Therapie: Operation, um den Tumor zu entfernen

Die Therapie des Nierenkrebses ist davon abhängig, wie fortgeschritten die Erkrankung ist. Grundsätzlich ist eine Operation die einzige Möglichkeit, die Erkrankung vollständig zu heilen.

Ist der Krebs ausschließlich auf den Bereich der Nieren begrenzt, wird in der Regel die befallene Niere operativ entfernt. Unter Umständen werden bei dieser Operation auch Lymphknoten, umgebendes Gewebe und die Nebenniere entfernt. Nach der Operation kann die verbleibende gesunde Niere die Funktionen der entfernten Niere vollständig übernehmen.

In einigen Fällen wird statt der gesamten Niere nur ein Teil der kranken Niere operativ entfernt, sodass der verbleibende Rest funktionstüchtig bleibt. Dies ist in folgenden Fällen sinnvoll: der Betroffene besitzt nur eine Niere, die Nierenfunktion ist stark eingeschränkt oder beide Nieren sind vom Krebs befallen. Theoretisch ist ein solches Vorgehen auch bei sehr kleinen Nierentumoren möglich.

Bei zirka jedem vierten Betroffenen hat der Krebs bereits andere Organe befallen ("Metastasen"), wenn die Erkrankung entdeckt wird. Besonders häufig treten Metastasen des Nierenkrebses in den Lungen, den Lymphknoten, der Leber oder den Knochen auf. Eine vollständige Heilung ist dann häufig nicht mehr möglich. Daher muss individuell entschieden werden, welche Therapiemaßnahmen sinnvoll sind. Unter bestimmten Bedingungen werden die Niere und die Metastasen operativ entfernt, um die Überlebenszeit des Betroffenen verlängern zu können. Darüber hinaus kommen unter anderem eine Chemotherapie, eine so genannte Immuntherapie und die Bestrahlung von Metastasen in Betracht. Besonders wichtig ist es zudem die Schmerzen mit Medikamenten zu lindern.


Wie verläuft Nierenkrebs?

Grundsätzlich gilt: Je früher Nierenkrebs entdeckt wird, desto besser ist die Prognose und desto höher ist die Rate derer, die die Erkrankung lange überleben. Betroffene mit sehr kleinen Nierentumoren (kleiner als sieben Zentimeter) können durch eine Operation häufig vollständig geheilt werden. Ist der Krebs größer, ist eine komplette Heilung nicht immer zu erwarten. Zudem steigt bei größeren Geschwülsten die Rate derer, bei denen der Krebs trotz Operation wiederkehrt (so genanntes Rezidiv). Das Auftreten von Metastasen bedeutet in vielen Fällen eine deutlich schlechtere Prognose.

Bezüglich der Nachsorge von Betroffenen, denen die Niere operativ entfernt wurde, existieren bisher keine genauen Vorgaben. Gründliche Nachuntersuchungen sind aber in jedem Fall in regelmäßigen Abständen für einen langen Zeitraum notwendig, da Metastasen und Rezidive des Nierenkrebses in Einzelfällen auch nach vielen Jahren auftreten können.


Wie kann man Nierenkrebs vorbeugen?

Gezieltes vorbeugen ist nicht möglich, da die Umstände der Entstehung des Nierenkrebses nicht bekannt sind. Lediglich den Risikofaktoren kann man durch gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung und Nichtrauchen entgegenwirken. Zudem sollte man beim Auftreten von Blut im Urin, starken Flanken- oder Rückenschmerzen oder anderen urologischen Beschwerden zügig den Hausarzt aufsuchen, um eine bösartige Erkrankung der Harnwege auszuschließen.


Bei speziellen Fragen zu Nierenkrebs können Sie sich an die Fachärzte auf QualiMedicPlus wenden.


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Quellen:
Hautmann, R., Huland, H.: Urologie. Springer, Heidelberg 2006
Rübben, H.: Uroonkologie. Springer, Heidelberg 2007
Interdisziplinäre Kurzgefaßte Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Urologie: Nierenzellkarzinom. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/037 (Stand: 10/2001)
Ebert, T., Fischer, C.: Wann ist eine Nachsorge beim Nierenzellkarzinom sinnvoll?. Der Urologe, Vol. 45, pp. 1018-1023 (27.07.2005)

 

Autor: Maximilian Eckerland 
Letzte Änderung am: 26.09.2008
 
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