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Vaginalring

Der NuvaRing® ist ein mit Hormonen bestückter Vaginalring mit einem Durchmesser von etwa 5,3 cm. Es handelt sich um ein neues Verhütungskonzept, welches seit Oktober 2001 in USA zugelassen ist und seit Herbst 2002 in Österreich erhältlich ist und voraussichtlich ab Anfang 2003 auf dem deutschen Markt erscheinen soll. Der NuvaRing ist nicht der erste Verhütungsring, der entwickelt wurde, er ist aber bis zur Marktreife entwickelt worden und weist gegenüber früheren Modellen deutliche Vorteile auf (weniger Nebenwirkungen und weniger Probleme mit der Blutung).

Was ist der NuvaRing?
Der NuvaRing ist ein weicher, dünner, flexibler, durchsichtiger Kunststoffring, welcher die beiden Hormone Ethinylöstradiol und Etonorgestrel (ist auch in dem Hormonimplantat Implanon enthalten) enthält. Aus dem Ring werden kontinuierlich 120 µg Etonorgestrel und 15 µg Ethinylöstradiol freigesetzt

Wie wird der Vaginalring benutzt?
Der Vaginalring wird von der Anwenderin in die Scheide eingeführt, wo er für 21 Tage liegen bleibt und durch die Abgabe der beiden Hormone über die Vaginalschleimhaut den Zyklus und die Empfängnismöglichkeit beeinflusst.
Im Anschluss an die 3-wöchige Liegezeit wird der Ring entfernt und es folgt eine Woche ohne den Vaginalring. In dieser Zeit soll die Periodenblutung einsetzen, meist 3 Tage nach Entfernung des Vaginalringes. Dann muss ein neuer Vaginalring für 3 Wochen eingelegt werden.

Lage des Vaginalrings
Die exakte Lage des Vaginalrings in der Vagina ist nicht das entscheidende Moment für die Wirksamkeit dieses Präparates, da es sich hierbei nicht um eine Barrieremethode handelt. Es kann also nicht falsch in der Scheide platziert werden. Da es sich nicht um eine Barrieremethode handelt, existiert so auch kein Schutz gegen HIV (Aids), Chlamydien, HPV, Herpes genitalis, Syphilis, Tripper, Hepatitis B und andere sexuell übertragbare Krankheiten.
Sollte der Vaginalring herausrutschen (z.B. beim Geschlechtsverkehr) kann er innerhalb von 3 Stunden wieder in die Scheide eingeführt werden, ohne die empfängnisverhütende Wirkung zu beeinträchtigen.

Wer kann den Vaginalring nutzen?
Der Vaginalring enthält Hormone und ist für alle Frauen geeignet, die eine hormonelle Verhütung wünschen und bei denen dies aus medizinischen Gründen möglich ist. Ist aus medizinischen Gründen die Anwendung der Anti-Baby-Pille nicht indiziert, gilt dies auch für das Präparat NuvaRing.

Für wen ist der Vaginalring nicht geeignet?
Rauchen erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, wenn Sie mit Hormonen eine Empfängnis verhüten wollen. Das Risiko steigt zusätzlich ab dem Alter von 35 Jahren und wenn Sie mehr als 15 Zigaretten täglich rauchen. Frauen, die sich für eine hormonelle Kontrazeption entscheiden, wird dringend empfohlen, nicht zu rauchen.
Benutzen Sie den NuvaRing nicht, wenn Sie:

  • schwanger sind oder wenn Sie schwanger sein könnten

  • Krampfadern haben oder Blutgerinnungsstörungen

  • Herzschmerzen (Angina Pectoris) haben

  • schon einmal einen Herzinfarkt hatten oder einen Schlaganfall

  • unter Bluthochdruck leiden

  • Kopfschmerzen mit neurologischen Symptomen haben

  • Brustkrebs oder Gebärmutterhalskrebs, Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Gebärmutterkrebs) hatten oder haben oder ein erhöhtes Risiko für diese Krebsarten

  • unerklärliche Blutungen haben

  • Lebertumor oder eine akute Lebererkrankung haben

  • aufgrund z.B. einer Operation länger im Bett liegen müssen

  • auf die Inhaltsstoffe im NuvaRing allergisch reagieren

  • während der Stillzeit

Sprechen Sie bitte in jedem Fall mit Ihrem Arzt über all Ihre Vorerkrankungen, bevor Sie sich dieses Medikament verschreiben lassen.

Wie sicher ist der Vaginalring?
Wie die Anti-Baby-Pille handelt es sich bei diesem Produkt bei korrekter Anwendung um eine relativ sichere Verhütungsmethode. Der Pearl-Index liegt zwischen 1 und 2. Wenn der Vaginalring für mehr als 3 Stunden aus dem Körper entnommen wird, sollte in diesem Zyklus ein zusätzliches Verhütungsmittel benutzt werden.

Nebenwirkungen
Kopfschmerzen, Übelkeit, Brustspannen, Vaginitis sind, wenn auch nur selten, als unerwünschte Nebenwirkungen beobachtet worden.
Die Nebenwirkungen auf den Blutdruck und die Blutgerinnung entsprechen in der Häufigkeit in etwa denen, wie sie bei anderen hormonellen Kontrazeptionsmitteln auftreten.

Klinische Studien
In klinischen Studien, die der Hersteller in Auftrag gegeben hat, waren 95% der Anwenderinnen zufrieden oder sehr zufrieden mit diesem Verhütungskonzept. Sie berichteten über eine ausgezeichnete Zyklusstabilität.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 07.04.2008
 
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