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Ohnmacht (Synkopen)

Ein so genannter Cardiac Monitor kontrolliert regelmäßig den Herzrhythmus

Ein so genannter Cardiac Monitor kontrolliert regelmäßig den Herzrhythmus
(Quelle: Medtronic)

Was ist eine Ohnmacht (Synkope)?

Zur Ohnmacht kommt es normalerweise dann, wenn das Gehirn nicht genug Blut und Sauerstoff erhält. Manchmal gibt es vorherige Warnzeichen wie zum Beispiel Schwindel oder Orientierungslosigkeit, manchmal tritt ein solches Ereignis plötzlich und ohne Warnzeichen auf. Medizinisch wird ein solcher Ohnmachtsanfall Synkope genannt. Viele der Ursachen von Synkopen sind eher harmlos, vom Herzen verursachte Synkopen können jedoch schwerwiegend oder sogar lebensbedrohlich sein.

Wird eine Synkope vom Herzen verursacht, so liegt dies sehr häufig an einem abnormen Herzrhythmus (Arrhythmie). Dabei schlägt das Herz zu langsam, zu schnell oder zu unregelmäßig, um ausreichend Blut zu den wichtigsten Organen, insbesondere zum Gehirn, zu pumpen.

Einige neurologische Erkrankungen sowie Stress oder zu schnelles Aufstehen sind andere mögliche Auslöser von Ohnmachtsanfällen. Nicht zuletzt aufgrund dieser sehr vielfältigen möglichen Gründe für einen Ohnmachtsanfall ist es sinnvoll, einen Arzt zu konsultieren.

Was ist eine Prä-Synkope?

Viele Menschen, bei denen es zu so genannten Prä-Synkopen, man stand kurz davor, in Ohnmacht zu fallen, ein Schwarzwerden vor Augen, kommt, wissen nicht, was sie tun sollen, oder ob überhaupt etwas unternommen werden muss. Symptome von Prä-Synkopen werden oft als Herzklopfen, Herzstolpern, Herzflattern (zusammengefasst medizinisch "Palpitationen") beschrieben. Da manchmal Monate zwischen solchen Ereignissen liegen, glauben manche Betroffene, es könne gar nichts Ernstes zugrunde liegen oder dass so seltene Ereignisse einfach "normal" sind. Diese Symptome können jedoch erste Anzeichen für ein schwerwiegendes medizinisches Problem sein, zum Beispiel für einen anomalen Herzrhythmus oder eine neurologische Erkrankung.


Gesundheitliche Risiken, Verletzungsgefahr und Lebensqualität

Synkopen kommen in der Bevölkerung relativ häufig vor. Allein in den USA gibt es jährlich über 500 000 neue Synkopenpatienten. Die Häufigkeit von Synkopenanfällen liegt im Mittel bei 6,2 pro 1.000 Personen und Jahr. In vielen Fällen handelt es sich um ein einmaliges Ereignis. Wenn die Synkope jedoch zum wiederholten Mal auftritt, stellt dies neben dem potenziellen Verletzungsrisiko eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Lebensqualität mit Angstzuständen und Depressionen dar. Bei etwa zehn Prozent der Synkopen kann eine kardiale Ursache eindeutig festgestellt werden, bei weiteren 40 Prozent bleibt die Ursache jedoch ungeklärt.


Synkopendiagnostik

Zu den typischen diagnostischen Schritten für die Klärung der Frage, ob eine Synkope oder Prä-Synkope auf Probleme mit dem Herz zurückzuführen ist, gehören meist eine oder mehrere der im Folgenden genannten Untersuchungen.



Grenzen der herkömmlichen diagnostischen Verfahren

Die oben erklärten Techniken zur Überwachung des Herzens sind besonders in den Fällen nützlich, wo die Synkopen relativ häufig und deshalb mit erhöhter Wahrscheinlich auch während einer der Untersuchungen auftreten. Mit dem Herzen zusammenhängende Ursachen von Synkopen, wie zum Beispiel Arrhythmien, lassen sich daher am sichersten diagnostizieren, wenn das Herz während eines Ohnmachtsanfalls überwacht werden kann. Das bedeutet, dass der Betroffene gerade während des Überwachungszeitraums ein solches Ereignis erleiden muss. Da die am schwersten zu erklärenden Synkopen diejenigen sind, die ganz selten auftreten, ist das ein mit Geduld verbundener Prozess. Hier ist eine Untersuchungstechnik optimal, bei der Herzrhythmus und Herzfrequenz kontinuierlich über lange Zeiträume überwacht werden, nämlich über Monate oder länger.

Bei Verdacht auf eine kardiale Ursache stützt sich die Diagnostik unklarer Synkopen nach umfassender Untersuchung und Befragung im Wesentlichen auf EKG, Holter-Monitoring (Langzeit EKG), externe Ereignisrekorder und Kipptischuntersuchung. In manchen Fällen wird zusätzlich eine elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt.

Trotz dieser modernen Untersuchungsverfahren bleibt etwa die Hälfte aller Fälle ohne abschließende Diagnose. Eine fehlende Diagnose ist für eine angemessene Behandlung äußerst schwierig und erhöht die Gefahr eines erneuten Vorkommnisses und damit die Morbidität und die Mortalität für den Patienten.


Der Herzmonitor zeichnet kontinuierlich den Herzrhythmus auf

Der Herzmonitor zeichnet kontinuierlich den Herzrhythmus auf
(Quelle: Medtronic)

Moderne Synkopendiagnostik

Mit einem implantierbaren Cardiac Monitor steht dem Arzt seit kurzem ein neues System zur Verfügung, das bis zu drei Jahren den Herzrhythmus überwachen kann. Ähnlich einer "Black box" im Flugzeug wird fortlaufend in einer Schleife der Herzrhythmus aufgezeichnet und bei besonderen Ereignissen gespeichert. Später kann die gespeicherte Information ausgelesen und die Ursache für das Ereignis untersucht werden. Ein implantierbarer Cardiac Monitor kann als EKG-Rekorder mit einer EKG-Aufzeichnung während der Synkope einen sicheren Ein- oder Ausschluss kardialer Ursachen für die Synkopen ermöglichen. So können wiederkehrende, kostenintensive Untersuchungen vermieden werden, deren ergebnisloser Ausgang nicht nur für den Betroffenen unbefriedigend ist.


Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Ohnmacht haben, können Sie diese zum Beispiel in der Allgemeiner Herz-Expertenrat stellen.

Quellen:
Linzer, M.: Impairment of physical and psychosocial function in recurrent syncope. Journal of Clinical Epidemiology 1991
Linzer M et al. Recurrent Syncope as a Chronic Disease. Journal of General Internal Medicine, 1994, Nr. 9
National Disease and Therapeutic Index on Syncope and Collapse, ICD-9-CM 789.2, IMS America
Soteriades, E. S. et al., New England Journal of Medicine, Incidence and prognosis of syncope, 2002, Nr. 347, Issue 12

 

Autor: Medtronic 
Letzte Änderung am: 22.12.2008
 
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