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Ohrenschmerzen

Kinder sind besonders häufig von Ohrenschmerzen betroffen

Kinder sind besonders häufig von Ohrenschmerzen betroffen
(Quelle: Jupiter Images)

Ohrenschmerzen (Otalgie) sind ein Symptom, welches durch Druck im Ohr verursacht wird. Häufige Ursachen dafür sind eine Mittelohrentzündung oder ein Paukenerguss. Ohrenschmerzen treten neben Bauch- und Halsschmerzen als häufigste Symptome bei Kindern auf. Ohrenschmerzen können ein Kind und auch einen Erwachsenen sehr quälen und erfordern in der Regel einen Arztbesuch. Allerdings besteht kein Grund zur Sorge, da Ohrenschmerzen normalerweise gut behandelt werden können und sehr selten Folgeschäden hinterlassen.


Ursachen für Ohrenschmerzen

Die Ursachen für Ohrenschmerzen unterscheiden sich bei Kindern und Erwachsenen sehr stark. Bei Kindern zählen Ohrenschmerzen zu den häufigsten Symptomen, deren Ursache oft eine Mittelohrentzündung ist. Andere Ursachen können aber auch ein Tubenkatarrh, der durch Infekte oder raschen Luftdruckwechsel, wie er beim Starten beziehungsweise Landen eines Flugzeugs entsteht, oder auch eine Trommelfellentzündung sein. Seltener kommen auch verschiedene Tumore als Ursache in Frage.

Bei Erwachsenen werden Ohrenschmerzen häufiger durch Halswirbelsäulen- und Kiefergelenksprobleme in Verbindung mit Nervenentzündungen (Neuralgien) ausgelöst. Aber natürlich können auch Erwachsene von Infektionen, wie beispielsweise einer Mittelohrentzündung, betroffen sein.

Andere Ursachen, die Ohrenschmerzen verursachen können, sind:

  • Gaumenmandelentzündung (Tonsillitis)
  • Entzündung der Ohrspeicheldrüse, beispielsweise bei Mumps
  • Entzündung des Warzenfortsatzes hinter dem Ohr (Mastoiditis)
  • Gehörgangsfurunkel
  • Wundrose (Erysepel)
  • Gürtelrose (Herpes zoster)
  • Fremdkörper im Ohr
  • Infektionen der Ohrmuschel (Außenohr)
  • Verletzungen, beispielsweise des Trommelfells


Diagnostik des Arztes bei Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen haben immer eine Ursache und sollten vom Haus- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt abgeklärt werden. Dieser wird zunächst nach der Krankheitsgeschichte fragen (Anamnese) und Fragen nach Beginn, Dauer, Stärke und Verlauf der Ohrenschmerzen stellen. Zudem wird er das Ohr auf Hörminderung, Geräusche und Ausfluss untersuchen. Bei Kindern wird zudem Fieber gemessen und eventuelle Symptome wie Husten, Schnupfen, Appetitlosigkeit, Unruhe und Reizbarkeit geprüft. Bei Erwachsenen wird der Arzt fragen, ob sie sich die Ohrenschmerzen selbst erklären können. Danach erfolgt eine Inspektion des Ohrs durch den Arzt und er wird das Ohr auf Schmerzempfindlichkeit abtasten. Mit einem speziellen Instrument, dem Otoskop, wird dann das Mittelohr bis hin zum Trommelfell inspiziert. Bei wiederholter Mittelohrentzündung kann der Arzt eine Laboruntersuchung des Bluts anordnen.

Audiometrie

Bleiben Ohrenschmerzen länger als drei Monate bestehen, kann der Arzt Verfahren der Audiometrie, wie zum Beispiel einen Stimmgabeltest, durchführen. Dabei wird die Knochenschallleitung beider Ohren überprüft. Die verschiedenen Verfahren der Audiometrie können Auskunft über mögliche Entzündungen oder Hörstörungen geben.


Therapie bei Ohrenschmerzen

Die Therapie bei Ohrenschmerzen richtet sich nach der Ursache. Bei Entzündungen sollte Ziel der Behandlung sein, Folgeschäden, Chronifizierung und Komplikationen zu verhindern sowie die vorhandenen Symptome zu verbessern. Je nach Ursache können Antibiotika und/oder Schmerzmittel verabreicht werden. Ist das Ohr selbst nicht betroffen, sondern entstehen die Schmerzen durch eine Gaumenmandelentzündung, können Nasentropfen die Beschwerden lindern, da sie die Schleimhäute abschwellen lassen und somit den Druck im Ohr senken. Bei einem Gehörgangfurunkel kann der Arzt dieses einschneiden und gegebenenfalls eine Drainage zum Abfluss des Eiters legen. Zudem wird eine Kochsalzlösung in das Ohr gegeben, die gegen die Entzündung wirkt.

Sind Halswirbelsäulen- oder Kiefergelenksprobleme und damit einhergehende Neuralgien die Ursache für Ohrenschmerzen, so stehen als Therapien die Krankengymnastik, Chirotherapie, physikalische Maßnahmen wie Wärme und Kälteanwendungen sowie Akupunktur zur Verfügung. Bei besonders starken Beschwerden können auch Schmerzmittel eingenommen werden. Je nach Ursache der Ohrenschmerzen kommen auch homöopathische Anwendungen, naturheilkundliche Wirkstoffe sowie Ultraschall als Therapie in Betracht.

Befinden sich Fremdkörper im Ohr, so sollten diese schnellstmöglich vom Arzt entfernt werden. Am Folgetag sollte nachkontrolliert werden, ob der Gehörgang wirklich frei ist.

Alle anderen Ursachen werden ebenfalls entsprechend behandelt.


Kinder mit häufigen Ohrenschmerzen

Kinder, die häufig unter Ohrenschmerzen leiden, sollten besonders bei kaltem und feuchtem Wetter nur mit einer Kopfbedeckung, die auch die Ohren bedeckt, nach draußen gehen. Um Ohrenschmerzen zu lindern, haben sich Hausmittel wie Zwiebelsäckchen auf dem Ohr bewährt. Dazu schneidet man eine Zwiebel in kleine Stücke und wickelt sie in ein Tuch oder Säckchen und legt es dreimal täglich für eine halbe Stunde auf das schmerzende Ohr. Das ganze kann mit einem Tuch oder einer Mütze fixiert werden. Auch Wärme direkt auf dem Ohr lindert häufig die Ohrenschmerzen. Beide Methoden wurden nicht wissenschaftlich sondern nur durch individuelle Erfahrungen bestätigt.

Stillen in den ersten drei Monaten soll sich auch positiv im Hinblick auf die Häufigkeit von Mittelohrentzündungen auswirken. Kinder sollten außerdem keinem Zigarettenrauch ausgesetzt sein, da dies Mittelohrentzündungen begünstigt. Außerdem sollten Kinder nicht dauerhaft am Schnuller nuckeln, da auch hier belegt ist, dass bei diesen Kindern öfter Mittelohrentzündungen auftreten.



Quellen:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Ohrenschmerzen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 053/009 (Stand: Oktober 2008)
Renz-Polster, Dr. H. et al.: Gesundheit für Kinder. Kösel, München 2007
Online-Informationen der Universität Witten/Herdecke: Patientenleitlinie Mittelohrentzündung (=Otitis media) bei Kindern: http://www.patientenleitlinien.de/Mittelohrentzuendung/mittelohrentzuendung.html (Stand: Januar 2006)

 

Autor: Miriam Funk 
Letzte Änderung am: 15.10.2013
 
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