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Erworbene Penisverkrümmung

Die erworbene Penisverkrümmung, Induratio Penis Plastica, kurz IPP, ist durch eine meist einseitige Verkrümmung des Gliedes, Schmerzen bei der Erektion und eine daraus resultierende Beeinträchtigung des Geschlechtsverkehrs gekennzeichnet. Das Wasserlassen ist bei der Penisverkrümmung unbehindert möglich.

Wie entsteht eine Penisverkrümmung?
Meist entsteht die Penisverkrümmung durch Ablagerung von Plaques an der Oberseite des Penis. Diese Plaques sind als flache, längliche Knötchen für den Urologen gut tastbar. Durch die Plaques kommt es zu einer Verkürzung der Außenwand der Schwellkörper und damit zu einer Verkrümmung des Penis auf der Seite des Plaquebefalls.
In manchen Fällen kommt es auf Ober- und Unterseite des Penis zu Plaquebildung. Durch die Schrumpfung des Penis auf beiden Seiten ist eine Verkürzung des gesamten Gliedes die Folge.
Eine weitere Ursache für eine Penisverkrümmung kann eine Biegeverletzung (Penisfraktur) des erigierten oder teilerigierten Penis sein. Hierbei kommt es durch Abschabung innerhalb der Wand der Schwellkörper zu einer Entzündung mit anschließender Narbenbildung.

Häufigkeit der Penisverkrümmung
Etwa 0,5 bis 1% aller Männer bekommen im Laufe ihres Lebens eine Penisverkrümmung. Häufig besteht ein Zusammenhang mit anderen Erkrankungen des Bindegewebes, z.B. Dupuytren-Kontrakturen in der Hand. Am häufigsten tritt die erworbene Penisverkrümmung im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf. Sehr selten ist die Erkrankung bei Jugendlichen.

Wie wird die Penisverkrümmung diagnostiziert?
Bei einer Penisverkrümmung durch Plaquebildung sollte unbedingt ein Urologe aufgesucht werden. Durch Erhebung der Krankheitsgeschichte und eine körperliche Untersuchung kann der Arzt feststellen, wie stark die Verkrümmung des Penis ist und ob eine Therapie notwendig ist. Durch eine künstlich ausgelöste Erektion oder das Anfertigen von Eigenfotografien des Penis in erigiertem Zustand von oben und seitlich, kann der Arzt die Probleme, die durch die Verkrümmung entstehen, feststellen oder einen Therapie-Erfolg beobachten. Eine Ultraschall-Untersuchung des Penis kann Auskunft über die genaue Größe und Lage der Plaques geben.

Wie wird die Penisverkrümmung behandelt?
Eine Penisverkrümmung zu behandeln ist problematisch. In den meisten Fällen entscheidet man sich dazu, mit einer medikamentöse Behandlung zu beginnen und erst bei deren Misserfolg eine Operation durchzuführen. Zur medikamentösen Behandlung werden bestimmte Medikamente (Orgotein, p-Aminobenzoat) verwendet.
Bleibt die medikamentöse Behandlung ohne Erfolg, besteht nur noch die Möglichkeit einer Operation. Diese sollte nur nach ausführlicher Beratung durch den Urologen durchgeführt werden, da es, wie bei allen Operationen, zu Komplikationen kommen kann.

 

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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