Periphere arterielle Verschlusskrankheit
Um einer PAVK vorzubeugen, wird empfohlen Risikofaktoren, wie das Rauchen, einzustellen
(Quelle: Pixelio/Linda Dahrmann)
Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sind die Schlagadern (Arterien) der Extremitäten verengt oder verschlossen, wodurch die Durchblutung gestört ist. Die Erkrankung kommt überwiegend in den Arterien der Beine vor. Sie kann jedoch auch die Nieren, die Arme, Schultern oder den Bauchraum betreffen. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit wird durch arteriosklerotische Veränderungen in den Gefäßen ausgelöst. Daher tritt die PAVK auch vornehmlich bei älteren Personen auf.
Ursachen der PAVK
Als Hauptursache für die Entstehung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit gilt die Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Bei dieser lagern sich aufgrund von Verletzungen an der Gefäßinnenwand Blutfette und Blutplättchen an. Diese verengen nach und nach den Durchmesser der Gefäße und lassen das Blut nicht mehr ungehindert in die peripheren Körperteile, wie beispielsweise die Beine, fließen.
Ursachen für die periphere arterielle Verschlusskrankheit beruhen vor allem auf dem persönlichen Lebensstil. Verantwortlich für das Entstehen der PAVK sind besonders Rauchen, Übergewicht und zu wenig Bewegung. Daneben tritt die Erkrankung häufig auch bei Personen mit Diabetes auf, und bei Menschen in deren Familien Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und ein erhöhter Homozysteinwert diagnostiziert wurden.
Symptome: Schmerzen, Blässe, Missempfindungen
Die Symptome der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sind davon abhängig, welche Arterien wie stark verschlossen sind. Typisch sind starke Schmerzen, Pulslosigkeit, Blässe, Missempfindungen und Lähmung. Bei einem plötzlichen Verschluss der Gefäße sind die Symptome stärker ausgeprägt als bei einer Blockade, die nur allmählich voranschreitet.
In den Beinen und Armen kommt es beim plötzlichen vollständigen Verschluss der Arterien zu heftigen Schmerzen, Kältegefühl und Taubheit. Dieser Zustand gilt als medizinischer Notfall, der bis zur Lähmung führen kann.
Das am häufigsten auftretende Symptom der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit wird Claudicatio intermittens genannt. Es handelt sich hierbei um ein Gefühl der Kraftlosigkeit und schmerzende Verkrampfungen in der Muskulatur der Beine. Das Symptom wird durch Durchblutungsstörungen in der Waden- und Oberschenkelmuskulatur ausgelöst und tritt bei körperlicher Anstrengung auf. Da die Muskeln weniger Sauerstoff verbrauchen, wenn sie nicht bewegt werden, lassen die Schmerzen im Ruhezustand nach.
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit wird auch Schaufensterkrankheit genannt. Das liegt daran, dass Personen mit schmerzenden Beinen beim Spazierengehen vor Schaufenstern pausieren und erst eine weitere Gehstrecke zurücklegen, wenn die Schmerzen nachgelassen haben.
Diagnose der PAVK
Die Diagnose der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit erfolgt mittels Ultraschalluntersuchung, einer Darstellung der betroffenen Gefäße mit Kontrastmittel (Angiographie) oder durch Tasten des Pulses. Daneben kann der Arzt auch verschiedene Körperregionen auf die in ihr auftretenden Geräusche abhorchen (Auskultation). Alle Auffälligkeiten deuten auf eine Erkrankung hin.
Therapie: Ausschalten der Risikofaktoren, Gefäßtraining, Operation
Ziel der Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit ist es, die Lebensqualität Betroffener zu verbessern. Daher steht die Behandlung der Arteriosklerose im Vordergrund. Ihre Risikofaktoren sollen durch eine bewusstere Lebensführung ausgeschaltet werden. So wird auch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod verringert.
Gymnastische Übungen leisten einen Beitrag dabei, die Gefäßdurchblutung zu steigern. Denn gezieltes Gefäßtraining regt die Bildung von Umgehungskreisläufen im Körper an und stärkt die Muskulatur. Mit gerinnungshemmenden Medikamenten, die beispielsweise die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel enthalten, kann versucht werden, die Blutgerinnung zu unterdrücken oder Blutpfropfen aufzulösen. Weiter besteht die Möglichkeit, die Verengung mit einer Ballondilation zu beheben. Hierbei wird die verengte Stelle im Gefäß mit einem Ballon aufgedehnt und anschließend ein röhrenförmiges Metallgitter (Stent) zur Stabilisierung des Gefäßes eingepflanzt.
Operative Maßnahmen haben zum Ziel, Blutgerinnsel zu entfernen. Hierbei wird das Gefäß auf Höhe des Verschlusses geöffnet und die Gerinnsel mithilfe eines speziellen Katheters beseitigt. Auch eine Bypass-Operation oder der Einsatz eines Gefäßersatzes können die Beschwerden lindern.
Verlauf der Erkrankung
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist eine chronische Erkrankung. Auch wenn sie vornehmlich bei älteren Personen auftritt, basiert sie doch auf Gesundheitsrisiken, die sich viele Menschen bereits in jungen Jahren zur Gewohnheit machen. Eine nicht behandelte PAVK kann schwerwiegende Folgen haben. Denn ein durch Arteriosklerose bedingter Gefäßverschluss kann unter anderem zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder sogar zum Tod führen. Daneben ist es möglich, dass die mangelnde Versorgung der peripheren Blutgefäße Gefühllosigkeit und Lähmung im betroffenen Körperteil hervorruft. Während sich in frühen Stadien gymnastische Übungen positiv auf die Durchblutung auswirken, ist in späteren Stadien dann manchmal eine lebensrettende Amputation eines Extremitätenabschnitts, beispielsweise eines Beins, nicht zu vermeiden.
Kann man vorbeugen
Der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit vorbeugen bedeutet, die Risiken der Arteriosklerose auszuschalten. Im Einzelnen heißt das:
- auf Zigaretten verzichten,
- den Bluthochdruck senken,
- erhöhte Cholesterin- und Homozysteinwerte senken,
- eine Diabetes-Erkrankung optimal einstellen,
- das Körpergewicht reduzieren und
- auf eine regelmäßige Bewegung achten.
Doch auch wenn der behandelnde Arzt eine periphere arterielle Verschlusskrankheit bereits diagnostiziert hat, können Betroffene noch immer Maßnahmen ergreifen, um Folgerkrankungen der PAVK zu vermeiden. Dazu sollten sie
- sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen,
- auf einschnürende, enge Kleidung und Verbände verzichten,
- Nässe, Kälte und übermäßige Wärme vermeiden,
- besonders auf Hygiene achten
- selbst kleine Wunden sofort behandeln (lassen).
Sie haben noch weitere Fragen zum Thema Gefäßerkrankungen Dann wenden Sie sich an unsere Expertenrat.
Leiden Sie auch an einer PAVK? Auf www.patienten-erfahrungen.de - Ihrem Erfahrungsaustausch im Internet können Sie sich mit anderen Betroffenen und Angehörigen austauschen.
Quellen:
Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Wilhelm Goldmann, München 2005
F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.) Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006
Hossmann V. et al.: Gesunde Gefäße. Prävention und Heilung von Gefäßerkrankungen. Honos, Köln 2005
Autor: Jessica Schmid
Letzte Änderung am: 15.01.2009
