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Plötzlicher Herztod (Plötzliches Herzversagen, Herzschlag)

 Bei einem plötzlichen Herzversagen zählt jede Sekunde. Es sollte sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden

Bei einem plötzlichen Herzversagen zählt jede Sekunde. Es sollte sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden
(Quelle: AOK-Mediendienst)

Beim plötzlichen Herztod kommt es innerhalb sehr kurzer Zeit zu einem Herzversagen mit Todesfolge. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert den plötzlichen Herztod als Tod, der innerhalb der ersten 24 Stunden nach Schädigung oder Beginn der Erkrankung eintritt. Jährlich sterben in Deutschland 100.000 bis 200.000 Personen nach einem plötzlichen Versagen der Herzfunktion. Betroffen sind zumeist ältere Personen. Zudem tritt der plötzliche Herztod mehr als doppelt so häufig bei Männern auf. Der plötzliche Herztod stellt einen medizinischen Notfall dar. Eine Wiederbelebung muss umgehend eingeleitet werden.


Ursachen für plötzlichen Herztod

Ursachen für einen plötzlichen Herztod sind meist bereits bestehende Erkrankungen des Herzens wie eine koronare Herzkrankheit mit Durchblutungsstörungen der Herzmuskulatur, ein Herzinfarkt, eine Entzündung des Herzmuskels oder ein Herzklappenfehler. Meist gehen dem plötzlichen Herztod jedoch Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern voraus. Die unregelmäßigen Erregungen des Herzens ermöglichen keinen Bluttransport. Das Herz und andere Organe werden in der Folge nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.


Symptome: Pulslosigkeit, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand

Symptome eines plötzlichen Herztods sind:

  • plötzliche Bewusstlosigkeit
  • Pulslosigkeit
  • Atemstillstand
  • geweitete Pupillen
  • blasse und graue Haut


Da einem plötzlichen Herztod bestehende Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems vorausgehen, ist es wichtig, auch auf deren Symptome zu achten. Herz-Kreislauf-Erkrankungen äußern sich unter anderem durch Schmerzen und einem Engegefühl in der Brust (Angina pectoris) oder auch durch Herzklopfen und Herzrasen. Oft treten die Symptome nur bei körperlicher Belastung auf.


Diagnose des plötzichen Herztodes

Ein plötzliches Herzversagen kann durch Fehlen des Pulsschlags, Bewusstlosigkeit und Blässe des Betroffenen diagnostiziert werden. Eine Untersuchung mittel Elektrokardiogramm (EKG) gibt Aufschluss über zugrunde liegende Herzrhythmusstörungen.

Nach einem überlebten Herztod versuchen Ärzte die Herzerkrankung zu diagnostizieren, die das plötzliche Herzversagen ausgelöst hat. Die Diagnose erfolgt auf Basis verschiedener Untersuchungen. Zum Einsatz können beispielsweise EKG-Untersuchungen, elektrophysiologische Untersuchungen (EPU), Blutuntersuchungen oder auch Ultraschalluntersuchungen kommen.


Therapie: Erste Hilfe, Defibrillation, Behandlung der kausalen Herzerkrankung

Bei einem plötzlichen Herzversagen zählt jede Sekunde, denn es bleiben nur drei bis fünf Minuten, um irreparable Hirnschäden beim Betroffenen zu verhindern. Zuerst sollte ein Notarzt gerufen werden (Nummer 112). Danach müssen Ersthelfer sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung und, wenn möglich, mit der Frühdefibrillation beginnen.

Bei einer Defibrillation werden zwei Elektroden auf dem Brustkorb des Betroffenen angebracht und ein Stromstoß ausgesendet. Dieser soll das Herz dazu veranlassen, wieder regelmäßig zu schlagen. Defibrillatoren können auch von Laien bedient werden. Daher sind sie an öffentlichen Plätzen, in Kranken- und Polizeiwagen oder Flugzeugen immer häufiger zu finden. Der Einsatz der Ersthelfer ist bei einem plötzlichen Herzversagen besonders wichtig, da in den ersten Minuten in der Regel noch kein Notarzt anwesend ist.

Nach einem überlebten plötzlichen Herztod wird die zugrunde liegende Herzerkrankung diagnostiziert und behandelt.


Verlauf des plötzlichen Herztodes

Die Überlebenschancen bei einem plötzlichen Herzversagen sind gering. Außerhalb des Krankenhauses verläuft eine Reanimation des Betroffenen lediglich in 30 Prozent der Fälle erfolgreich. Nur fünf von hundert Betroffenen überleben.


Vorbeugen: Herzerkrankungen früh erkennen, Risikofaktoren meiden

Viele Risikofaktoren für Herzerkrankungen und somit auch den plötzlichen Herztod hängen mit den persönlichen Lebensgewohnheiten zusammen. Das bedeutet, dass sie von jedem selbst beeinflusst werden können. Das Senken des Cholesterinspiegels, regelmäßige körperliche Aktivitäten und ein Verzicht auf übermäßigen Alkoholgenuss wirken sich positiv auf die Gesundheit aus uns verringern das Risiko eines plötzlichen Herztods.

Wenn bereits eine Herzerkrankung besteht, beugen Betroffene einem plötzlichen Herztod am besten dadurch vor, dass sie ihre Herzerkrankung konsequent behandeln lassen. Nach einem Herzinfarkt reduziert die Einnahme von Betablockern die Gefahr eines plötzlichen Herztods um bis zu 30 Prozent.


Quellen:
Mewis, C. et al. (Hrsg.): Kardiologie compact. Alles für Station und Facharztprüfung. Thieme, Stuttgart 2006
Online Informationen des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM): www. aed-bayern.de (Stand: Februar 2008)
Online-Informationen der Björn Steiger Stiftung: www.steiger-stiftung.de (Stand: März 2008)

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 11.09.2008
 
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