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Positronen-Emissions-Tomographie

 Vor der PET-Untersuchung wird ein Radiopharmaka gespritzt

Vor der PET-Untersuchung wird ein Radiopharmaka gespritzt
(Quelle: Dynamic Graphic Value)

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist ein bildgebendes Verfahren und gehört zum Fachgebiet Nuklearmedizin. Bei diesem Verfahren werden schwach radioaktive Substanzen verwendet, um Stoffwechselprozesse im Körper beurteilen zu können. Mithilfe der PET gelingt es, krankhaft gesteigerte Abweichungen des Stoffwechsels anzuzeigen und damit frühzeitig abnormale Veränderungen zu diagnostizieren, bevor sie mit anderen bildgebenden Verfahren zu erkennen sind. Die PET wird vor allem in der Onkologie, Kardiologie und Neurologie angewendet. Als wichtigstes Einsatzgebiet hat sich mittlerweile die Krebsdiagnostik herauskristallisiert. Durch die zuverlässige Darstellung kann sie in den kompletten Ablauf einer Behandlung - von der Diagnose bis zur Therapiekontrolle - eingebunden werden.

Vorbereitungen für die Untersuchung

Ungefähr eine Stunde vor der Untersuchung wird dem zu Untersuchenden ein Radiopharmaka (Tracer) über eine Armvene in die Blutbahn gespritzt. Der Tracer ist eine Substanz, die aus einem natürlichen Stoff (Glukose), welchen der Körper im Stoffwechsel verarbeitet, und einem radioaktiven Element besteht. Wichtig ist, dass die zu untersuchende Person zu der PET-Aufnahme nüchtern erscheint, damit der Körper die Substanz schneller verstoffwechseln kann.

Der Tracer wird wegen seiner kurzen Halbwertszeit des radioaktiven Stoffes kurz vor der Behandlung zubereitet. Verwendet werden radioaktive Isotope der Elemente Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Fluor, Rubidium und Gallium. Am häufigsten wird dafür das radioaktive Isotop des Fluors verwendet. Es besitzt eine Halbwertszeit von 110 Minuten. Das heißt, nach 110 Minuten ist nur noch die Hälfte der ursprünglichen Radioaktivität im Körper, nach 220 Minuten ein Viertel und nach 330 Minuten nur noch ein Achtel. Hinzu kommt, dass ein großer Anteil der Radioaktivität mit dem Urin ausgeschieden wird.

Ablauf und Verfahren einer Positronen-Emissions-Tomographie

Durch die PET gelingt es, Gewebe mit starkem und mit schwachem Stoffwechsel voneinander abzugrenzen. Sichtbar gemacht wird das anhand der Verstoffwechslung von Traubenzucker oder anderen natürlichen Stoffen, die mit einem leicht radioaktiven Molekül markiert sind. Aufgrund seines immensen Wachstumsdrangs nimmt tumoröses Gewebe Traubenzucker viel schneller auf als gesundes Gewebe. Das bedeutet, krankes Gewebe hat eine höhere Stoffwechselaktivität. Diese Eigenschaft wird bei der Untersuchung genutzt.

Die zu untersuchende Person bekommt chemisch veränderte Stoffe injiziert, die der Körper bei vielen Stoffwechselprozessen verarbeitet. Diese sind mit einer leicht radioaktiven Substanz beladen. Für die meisten Untersuchungen wird radioaktives Fluor mit Traubenzucker gekoppelt. Der Tracer beziehungsweise das radioaktive Element zerfällt im Körper und setzt Positronen frei. Durch die Kopplung an den Traubenzucker reichert es sich in den Gebieten an, die über einen aktiven Stoffwechsel verfügen. Auf einer Liege wird die zu untersuchende Person schrittweise durch den Tomographen gefahren. Ein Detektorring, der die Person umschließt, misst die vom zerfallenen Tracer ausgesendeten Positronen. Die Auswertung der Positronenverteilung im Körper erfolgt am Computer. Dieser rechnet die Verteilung der radioaktiven Zerfälle in farbige Bilder um. Gewebe, in dem Zellen mit besonders aktivem Stoffwechsel zu finden sind, wird als leuchtender Punkt oder Fleck dargestellt. Gewebe, das weniger Tracer aufgenommen hat, erscheint dunkel.

Die Dauer einer PET ist abhängig vom Umfang der Untersuchungsregion und der Halbwertszeit der radioaktiven Stoffe. So kann sie wenige Minuten oder bis zu einer Stunde dauern.

Anwendungsgebiete der Positronen-Emissions-Tomographie

Die PET wird für Untersuchungen in der Onkologie, Kardiologie und Neurologie eingesetzt. Vor allem in der Krebsdiagnostik gewinnt sie immer mehr an Bedeutung. Eine Ganzkörper-PET zeigt zuverlässig Krebsherde und Metastasenbildungen an. Des Weiteren ermöglicht es eine Differenzierung zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen sowie die Bestimmung des Krankheitsstadiums. Bei der Überprüfung des Therapieerfolgs zeigt es schneller als andere Methoden an, ob Tumorzellen geschädigt sind und schränkt somit weitere aggressive Behandlungsmethoden ein.

PET in der Onkologie:

  • Untersuchung von nicht-kleinzelligen Lungentumoren
  • Untersuchung der Lymphknoten bei Brustkrebs
  • Untersuchung von Fernmetastasen bei unbekanntem Primärtumor
  • Unterscheidung zwischen chronischer Entzündung der Bauspeicheldrüse und einem Tumor
  • Beurteilung von Lymphknoten und Fernmetastasen bei Speiseröhrentumoren
  • Lymphknotenuntersuchung und Rückfalldiagnostik bei Kopf-Hals-Tumoren
  • Verdacht auf einen Rückfall bei Schilddrüsenkrebs
  • Therapiekontrolle bei Dick- und Enddarmkrebs
  • bösartige Tumoren der Haut und Schleimhäute

PET in der Kardiologie:

PET in der Neurologie:

Durch die Möglichkeit den Stoffwechsel im Hirn zu kontrollieren, eignet sich die PET besonders gut für funktionelle Gehirnuntersuchungen.

Komplikationen und Risiken der PET

Von der PET-Untersuchung geht keine lange Strahlenbelastung aus. Die verwendeten Isotope sind nur schwache Strahler mit einer geringen Dosis und kurzer Halbwertszeit. Als Empfehlung gilt, dass die Strahlenbelastung einer Untersuchung etwa das Zwei- bis Dreifache der jährlichen natürlichen Strahlung nicht überschreiten sollte. Die Tracer-Substanz birgt ein geringes Allergierisiko. Unverträglichkeiten sollten also vor einer Untersuchung abgeklärt werden. Ansonsten sind bisher keine Nebenwirkungen bekannt.

Alternativen zur Positronen-Emissions-Tomographie Die PET ist eine technisch aufwendige und teure Untersuchung und wird noch nicht zu den Standardverfahren gerechnet, sondern eher als ergänzende Untersuchung eingesetzt. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass die PET keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Bei stationären Aufenthalten im Krankenhaus werden die Kosten unter Umständen im Rahmen der Gesamtrechnung mitgetragen. Ambulante Untersuchungen werden nur mit ausreichender Begründung oder bei Untersuchungen von nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen getragen.


Wenn Sie weitere Fragen zur Ultraschall-Untersuchung haben, wenden Sie sich doch an die Experten der Hausarzt-Expertenrat.

Quellen:
Perleth, M., Gerhardus A., Velasco-Garrido M.: Positronen-Emissions-Tomographie - Systematische Übersichten zur Wirksamkeit bei ausgewählten Indikationen, Asgard-Verlag, Sankt Augustin 2003
Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: http://www.krebsinformationsdienst.de/ (Stand: Juni 2008)
Information der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. und des Bundesverbandes Deutscher Nuklearmediziner e.V.: Positronen-Emissions-Tomographie - Modernes Diagnose-Verfahren im Kampf gegen Krebs, www.nuklearmedizin.de, Online-Publikation (Stand: Juni 2008)

 

Autor: Antje Fischer 
Letzte Änderung am: 19.03.2009
 
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