Opiate
Opiate werden aus Mohnsamen gewonnen
(Quelle: RWulff/PIXELIO)
Opiate sind stark wirkende Schmerz- und Betäubungsmittel. Sie werden aus dem milchigen Saft des Schlafmohns hergestellt. Hauptbestandteile dieses "Rohopiums" ist neben Morphin (Morphium) das Codein, das als Hustenmittel verwendet wird. Opiate sind psychoaktive Substanzen. Das bedeutet, dass sie die Psyche und das Bewusstsein eines Menschen beeinflussen.
Selbst wenn Opiate nur wenige Male eingenommen werden, erzeugen sie sehr schnell eine körperliche und psychische Abhängigkeit. Daher dürfen Opiate nur unter ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden. Hier werden sie unter anderem in Form von Tropfen, Kapseln oder Saft verabreicht. In der Medizin gelten Opiate als die stärksten Schmerzmittel. Morphin ist so stark, dass es sogar noch gegen extreme Schmerzen hilft, wenn kein anderes Mittel mehr Wirkung zeigt. Deshalb wird Morphin von Ärzten gegen sehr starke Schmerzen, beispielsweise bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen, eingesetzt.
Wirkungsweise von Opiaten
Opiate wirken auf das zentrale Nervensystem, in dem auch körpereigene opiatähnliche Stoffe erzeugt werden. Der Körper schüttet diese sogenannten Endorphine in Stress- und Schmerzsituationen aus. Sie wirken schmerzlindernd und euphorisierend. Opiate erzeugen diese Wirkung auf künstlichem Weg, deshalb führt ihr Konsum auch besonders schnell zur Sucht.
Für den Drogenmarkt sind Opiate deswegen interessant, weil sie neben den körperlichen Schmerzen auch seelische Schmerzen wie Angst, Spannung und Unlust betäuben. Opiate erzeugen Gefühle wie Euphorie und Zufriedenheit. Daneben kann es zu unterschiedlich starken Bewusstseinsstörungen kommen. Wenn sich der Körper nach einiger Zeit an die Einnahme von Opiaten gewöhnt, treten die euphorischen Zustände in den Hintergrund und es kommt nur noch zu einer Bewusstseinstrübung.
Gesundheitliche Folgen
Der Konsum von Opiaten kann unerwünschte Effekte auf die Gesundheit haben. Möglich sind Müdigkeit, Übelkeit, Angst, Panik, Verstopfung und Erbrechen.
Wenn Opiate nicht zu medizinischen Zwecken eingenommen, sondern illegal beschafft und konsumiert werden, kann es sehr leicht zu gefährlichen Überdosierungen kommen. So führt eine Morphinvergiftung zu fehlenden Reflexen, Bewusstlosigkeit und schlimmstenfalls zu Atemstillstand mit tödlichem Ausgang.
Der regelmäßige Missbrauch von Opiaten verursacht Folgeschäden wie Hautauschläge, Potenzstörungen, Wahnideen und Psychosen. Abhängig gewordenen Menschen setzten ihr gesamtes Denken und Handeln ausschließlich dazu ein, ihre Droge zu beschaffen. Um das Geld hierfür aufzubringen, werden sie oft kriminell, prostituieren sich und geraten zunehmend in die soziale Isolation. Süchtige achten kaum noch auf Körperhygiene und verwahrlosen körperlich und geistig. Ein normales geregeltes Leben ist ausgeschlossen.
Wer Opiate illegal konsumiert, muss bald schon mit Entzugserscheinungen wie Schwitzen, Zittern, Frieren, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Gliederschmerzen rechnen.
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Quellen:
F.A. Brockhaus (Hrsg.).: Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus GmbH, Leipzig/Mannheim 2006
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.drugcom.de (Stand: März 2008)
Online-Informationen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.: www.dhs.de (Stand: März 2008)
Autor: Jessica Schmid
Letzte Änderung am: 26.05.2008
