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Langzeit-pH-Metrie

Die Langzeit-pH-Metrie erlaubt eine genaue Diagnose

Die Langzeit-pH-Metrie erlaubt zum Bespiel bei Reflux eine genaue Diagnose und ermöglicht so eine gezielte Heilung
(Quelle: DAK/Wigger)

Die Langzeit-pH-Metrie ist ein Messverfahren, bei dem der pH-Wert in der Speiseröhre und die quantitative Säureproduktion im Magen während eines Zeitraums von 24 Stunden erfasst werden. Durchgeführt wird das Verfahren bei einem Verdacht auf abnormalen Rückfluss (Reflux) von Magensäure oder Speiseresten in die Speiseröhre. Ein dauerhafter Rückfluss kann eine entzündliche Erkrankung der Speiseröhre verursachen. Anzeichen für einen unnatürlichen Rückfluss können Sodbrennen oder saures Aufstoßen sein.


Vorbereitungen für eine Langzeit-pH-Metrie

Einer Langzeit-pH-Metrie geht meistens eine mehrwöchige Medikamententherapie mit Säurehemmern voraus. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, müssen diese vor der Messung abgesetzt werden. Je nach Medikament kann das ein Tag bis eine Woche vor der Messung sein. Die Untersuchung sollte im nüchternen Zustand begonnen werden.


Ablauf der Untersuchung

Eine Langzeit-pH-Metrie kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Für die Messung wird eine Sonde über die Nase in das untere Drittel der Speiseröhre eingeführt. Mit einem Röntgenbild wird die Lage der Sonde anschließend kontrolliert. Das andere Ende der Sonde wird mit einem Pflasterstreifen an der Nase befestigt und mit einem kleinen tragbaren Aufnahmegerät verbunden. Dieses zeichnet die kompletten Messdaten auf. Die Rückflussdauer wird dabei im Liegen und in aufrechter Haltung getrennt erfasst. Nach dem Einführen der Sonde bestehen keinerlei Einschränkungen im normalen Tagesablauf. Man kann sich frei bewegen und ganz normal essen. Während der 24 Stunden muss die zu untersuchende Person allerdings ein Dokumentationsprotokoll führen, damit die Messdaten im Nachhinein optimal bewertet werden können. Eingetragen werden in dieses Protokoll Speisen, Getränke und Medikamente, die im Laufe des Tages zu sich genommen werden. Aber auch Schlafens- und Ruhezeiten sowie eventuelle Beschwerden.


Anwendungsgebiete der Langzeit-pH-Metrie

Die Langzeit-pH-Metrie wird als Diagnoseverfahren bei krankhaftem Sodbrennen eingesetzt. Liegt der pH-Wert in der Speiseröhre dauerhaft oder lang anhaltend unter vier, gilt das als krankhaft. Die Speiseröhre ist im Gegensatz zur Magenschleimhaut säureempfindlich. Ein ständiger Rückfluss von saurem Mageninhalt kann entzündliche Erkrankungen der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagitis) verursachen.


Indikation für eine Langzeit-pH-Metrie:


  • Gastroösophageale Refluxkrankheit: durch den Rückfluss von saurem Mageninhalt wird Sodbrennen, saures Aufstoßen sowie ein warmes, brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, das sich in Schmerzen steigern kann, verursacht
  • Postoperativ: nach einem operativen Eingriff am unteren Schließmuskel der Speiseröhre, wenn der Verdacht besteht, dass weiterhin ein saurer Rückfluss aus dem Magen auftritt
  • Untypische Refluxbeschwerden: unklare Entzündungen der Kehlkopfschleimhaut oder der Rachenschleimhaut

Nachteil der Langzeit-pH-Metrie ist, dass nur die Menge und der pH-Wert des sauren Rückflusses gemessen werden. Die Untersuchung gibt keinen Aufschluss über eventuell bereits bestehende Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut.


Können bei einer Langzeit-pH-Metrie Komplikationen oder Risiken auftreten?

Die Langzeit-pH-Metrie ist ein risikoarmes Verfahren bei dem äußerst selten Komplikationen auftreten. Als etwas unangenehm wird anfänglich die Sonde, die über den Rachen in die Speiseröhre führt, wahrgenommen. Teilweise kann dadurch auch Brechreiz ausgelöst werden. Prinzipiell gewöhnen sich die zu untersuchenden Personen aber schnell daran.


Bestehen Alternativen zur Langzeit-pH-Metrie?

Die Langzeit-pH-Metrie ist das Verfahren der ersten Wahl, um sauren Rückfluss aus dem Magen zu erfassen. Um Ursachen oder krankhafte Veränderungen zu diagnostizieren, werden zusätzlich häufig Magenspiegelung, Röntgenverfahren oder eine Ösophagus-Manometrie durchgeführt.

Ein relativ neues Verfahren ist die Impedanz/pH-Metrie-Messung. Eine Untersuchungsmethode die Langzeit-pH-Metrie und Ösophagus-Manometrie miteinander kombiniert. Durch die Aufzeichnung von Säuregehalt und Druck in der Speiseröhre kann eindeutig beurteilt werden, ob die Beschwerdesymptome wie Sodbrennen oder Brustschmerzen tatsächlich durch einen Rückfluss ausgelöst werden.


Wenn Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, können Sie diese in der Magen-Darm-Expertenrat auf der Gesundheitsberatung stellen.

Quellen:
Piper, W.: Innere Medizin, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007
Walter de Gruyter (Hrsg.): Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter, Berlin 2007
Gadenstätter, M., Ciovica, R., Schwab, G. P.: Die gastroösophageale Refluxkrankheit - Überblick von der Epidemiologie bis zur Therapie, Der Mediziner, Heft 10, 2006

 

Autor: Antje Fischer 
Letzte Änderung am: 22.10.2008
 
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