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Reisemedizin

Die Reisemedizin wird in unserem Leben immer wichtiger. Im modernen Reiseverkehr überwindet man innerhalb weniger Stunden mehrere Klima- und Zeitzonen; selbst das Überqueren von Kontinenten ist heute schnell geschafft. Und mit "Last Minute" fliegen viele Menschen oft sogar mehrmals pro Jahr in Urlaub.

Vor Urlaubsantritt stellen sich daher viele Fragen: Wie sieht es mit Impfungen aus? Welche Risiken gibt es?

Weiterführende Informationen finden Sie außerdem im Themenbereich "Darmerkrankungen" unter "Salmonellen" und "Reisedurchfall".

Reiseimpfungen

Gesundheitsrisiken im Reiseland


Reisebelastungen

Im modernen Reiseverkehr überwindet man innerhalb weniger Stunden mehrere Klima- und Zeitzonen. Dabei wird der gewohnte Tag- /Nachtrhythmus oft durcheinander gebracht. Im Flugzeug herrscht außerdem räumliche Enge, trockene Luft und ein hoher Lärmpegel, die zusätzlich belastend sind.

Oft beginnen die Strapazen schon beim Einchecken durch lange Warteschlangen und große Menschenansammlungen. Folgen dieses "Urlaubsstresses" sind häufig Kreislaufprobleme, Übelkeit, Störung der Magen- Darmfunktion, Schlaflosigkeit und Abgeschlagenheit.

Kleidung
Zunächst sollte eine Urlaubsreise möglichst entspannt und nicht in Hektik beginnen. Schon für das Einchecken ist reichlich Zeit einzuplanen. Für längere Flugreisen sind bequeme Kleidung sowie Pullover oder Schal wegen der ständigen Luftzirkulation zu empfehlen.

Kreislauf
Ebenso wichtig ist es, seine Blutzirkulation in Gang zu halten. Dafür sollte man mindestens 1 Liter Flüssigkeit zusätzlich zu trinken (allerdings möglichst wenig Alkohol) und sich regelmäßig bewegen. Wenn es, z. B. aus Platzgründen, nicht möglich ist, alle 30 Minuten aufzustehen und einige Schritte zu gehen, spannt man die Beinmuskulatur abwechselnd an und entspannt sie wieder. So "aktiviert" man seine Muskelpumpe, die das Blut aus den Beinen in Richtung Herz transportiert, und beugt der Entstehung einer Thrombose vor.

Luftdruck
Durch die Flughöhe gibt es eigentlich keine starken Belastungen. Weder eine starke Ozonbelastung noch übermäßige Strahlung sind für einen Touristen relevant. Die Ansteckungsmöglichkeiten für Infektionskrankheiten sind in der trockenen und ständig gefilterten Luft geringer als in öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Boden.
Der Luftdruck im Flugzeug entspricht während der Reise einer Höhe von 2000 Metern und kann somit ohne Anpassung vertragen werden. Lediglich die Druckänderungen bei Start und Landung können Probleme verursachen, vor allem bei Kindern und Reisenden mit Schnupfen oder Mittelohrentzündungen. Als Folge dieser Belastung treten Schmerzen, Hörstörungen und manchmal sogar Trommelfellperforationen auf. Verabreicht man 20 Minuten vor Start und Landung abschwellende Nasentropfen und gibt Kaugummi oder harte Kekse während dieser Flugphasen zu essen, kann man diese Schwierigkeiten umgehen. Säuglinge werden bei Start und Landung am besten gestillt.

Reisekrankheiten
Reisekrankheiten (Kinetosen) können das Reisevergnügen sehr beeinträchtigen. Der Arzt kann vorbeugende Medikamente verordnen. Aber auch die Wahl des Sitzplatzes ist wichtig: Setzt man sich im Flugzeug in die Nähe der Tragflächen oder im Bus nach vorne über die Vorderachse, wird man weniger reisekrank.


Tropen

Prinzipiell sind jeder Gesunde und auch die meisten chronisch Kranken tropentauglich. Eine der Reise vorausgehende ärztliche Beratung und Untersuchung vor dem Hintergrund der Klima-, Lebens-, Wohn-, und Reisebedingungen im Zielland sind jedoch sinnvoll, um vor vermeidbaren Krankheiten und individuellen Risiken zu schützen. So haben beispielsweise Trekkingreisende in vielen Ländern mit ganz anderen Risikofaktoren zu rechnen als Strandurlauber oder Städtereisende. Priorität haben bei beiden Gruppen zwar der rechtzeitige Aufbau oder die Aktualisierung des Impfschutzes und die Information über hygienische Vorsichtsmassnahmen. Der Trekkingreisende benötigt zusätzlich jedoch z. B. noch eine umfassendere Beratung über den Schutz vor den im Reiseland lebenden, krankheitsübertragenen Insekten.

Spezielle Risikofaktoren
Besondere Untersuchung und Beratung benötigen

  • Personen mit ansteckenden Krankheiten,

  • Personen mit chronischen Erkrankungen, die dauernd Medikamente einnehmen müssen,

  • Personen, die ohne besondere Begleitung nicht in der Lage sind, auf der Reise für sich selbst zu sorgen, sowie

  • Schwangere.

Der beratende Arzt sollte hier die Reisetauglichkeit unter Berücksichtigung der Klimaeinflüsse, der Zeitverschiebung, der Dauermedikation (auch im Zusammenhang mit der vermehrten Sonneneinstrahlung, denn manche Medikamente machen die Haut sonnensensibel) und der Infektionsgefahr gründlich überprüfen.

Auch die Flugtauglichkeit sollte in diesem Rahmen abgeklärt werden, den nicht in jedem Stadium der Schwangerschaft oder bei jeder chronischen Erkrankung ist das Fliegen empfehlenswert.


 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 20.11.2012
 
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