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Restless-Legs-Syndrom

Dem Restless-Legs-Syndrom lässt sich beispielsweise mit Entspannungsübungen wie Yoga entgegenwirken

Dem Restless-Legs-Syndrom lässt sich beispielsweise mit Entspannungsübungen wie Yoga entgegenwirken
(Quelle: DAK)

Das Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine, RLS) ist eine chronisch verlaufende neurologische Erkrankung, bei der unangenehme Empfindungen in den Beinen (seltener auch in den Armen) und ein starker Bewegungsdrang auftritt. Die Beschwerden treten ausschließlich in Ruhe auf, besonders ausgeprägt in den Abend- und Nachtstunden. Oft nehmen sie mit steigendem Alter zu.

Circa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung - sowohl Männer als auch Frauen - sind davon betroffen; damit zählt das RLS zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen.


Was sind die Ursachen des Restless-Legs-Syndroms?

Die Ursachen des Restless-Legs-Syndroms sind nicht zweifelsfrei geklärt. Grundsätzlich wird zwischen zwei Formen des RLS unterschieden:

  • Bei der primären (idiopathischen) Ausprägung der Krankheit kann keine auslösende Grunderkrankung diagnostiziert werden. In 40 bis 80 Prozent dieser Fälle wird von einer erblichen Disposition ausgegangen.
  • Das sekundäre RLS entwickelt sich als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen oder äußerer Faktoren. Dazu gehören:
    • Niereninsuffizienz (Nierenversagen)
    • diverse neurologische Erkrankungen (Polyneuropathien, Myelopathien, Morbus Parkinson)
    • die Einnahme bestimmter Medikamente (vor allem Neuroleptika und Antidepressiva)



Wie äußert sich das Restless-Legs-Syndrom?

Die Betroffenen leiden beim Restless-Legs-Syndrom unter einem erheblichen Bewegungsdrang, der gewöhnlich durch ein unangenehmes Ziehen, Kribbeln oder Brennen in den Beinen (oder Armen) begleitet oder verursacht wird. Die Beschwerden treten ausschließlich in Ruhesituationen auf, ganz besonders ausgeprägt in den Abend- und Nachtstunden. Sie äußern sich einseitig, beidseitig oder abwechselnd und sind typischerweise durch Bewegung oder Aktivität zu lindern beziehungsweise kurzfristig zu beseitigen. Bei circa 80 bis 90 Prozent der RLS-Erkrankten lassen sich darüber hinaus periodische Beinbewegungen (periodic leg movements = PLM) im Schlaf (PLMS) und im Wachzustand (PLMW) nachweisen.

Die Symptome folgen einem Tagesrhythmus, der sich umgekehrt proportional zur Körpertemperaturkurve verhält und somit eine Zunahme der Beschwerden am Abend bedingt. Dies führt bei über 90 Prozent der Betroffenen zu erheblichen Ein- und Durchschlafstörungen mit resultierender Tagesmüdigkeit und Erschöpfung.


Wie wird das RLS diagnostiziert?

Die Diagnose des Restless-Legs-Syndroms wird anhand der klinischen Symptome gestellt. Bessern sich die Beschwerden spontan, wenn die Aminosäure L-Dopa einmalig gegeben wird, kann ein RLS vorliegen. Um das Restless-Leg-Syndrom von anderen Erkrankungen abzugrenzen und zwischen primärem und sekundärem RLS zu unterscheiden, können weitere Untersuchungen, wie beispielsweise eine Elektromyographie, eine Elektroneurographie oder eine Blutuntersuchung durchgeführt werden.


Wie kann das Restless-Legs-Syndrom behandelt werden?

Um die typischen Symptome des Restless-Legs-Syndrom zu lindern, sollte als erster Schritt die Lebensweise geändert werden. Besonders wichtig ist dabei, Stress zu reduzieren und sich zu entspannen. Warme Bäder, Dehnübungen, Massagen und Entspannungstechniken, wie zum Beispiel Yoga oder die Progressive Muskelentspannung, können hier genauso helfen wie ein geregelter Schlaf-Wach-Rhythmus. Außerdem sollte auf Koffein und Alkohol verzichtet werden.

Bleibt die erhoffte Linderung trotz dieser Maßnahmen aus, kann eine medikamentöse Behandlung mit L-Dopa oder Dopaminantagonisten in Betracht gezogen werden.

Bei einem sekundären RLS muss auf jeden Fall die auslösende Grunderkrankung behandelt werden, beispielsweise ein Eisenmangel durch die zusätzlich orale Gabe von Eisen oder das Nierenversagen durch eine Dialyse oder Transplantation.


Wie ist die Prognose des RLS?

Das Restless-Legs-Syndrom mindert zwar erheblich die Lebensqualität, hat aber keinerlei Einfluss auf die Lebenserwartung. Der Verlauf der Krankheit ist in der Regel chronisch fortschreitend, kann jedoch erheblich variieren: Beim Auftreten der Symptome vor dem 50. Lebensjahr ist er meist schleichend, bei einem späteren ersten Auftreten der Symptome geht er häufig schneller vonstatten. Bei einem familiären RLS beginnen die Beschwerden häufig vor dem 30. Lebensjahr, das Fortschreiten der Erkrankung führt meist zu einer Therapiebedürftigkeit zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.

Bei vielen Betroffenen tritt das RLS - vor allem zu Beginn - in Schüben auf, sekundäre Formen können unter einer spezifischen Therapie spontan abklingen.


Wie kann man dem Restless-Legs-Syndrom vorbeugen?

Da die Ursachen des RLS nicht zweifelsfrei geklärt sind, ist auch eine Vorbeugung entsprechend schwierig. Liegt eine familiäre Disposition vor, empfiehlt sich ein stressreduzierter und entspannungsorientierter Lebensstil, um die Wahrscheinlichkeit, dass die Erkrankung auftritt, zu verringern.


Wenn Sie weitere Fragen zum Restless-Legs-Syndrom haben, können Sie diese in der Neurologie-Expertenrat stellen.

Quellen:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Restless Legs Syndrom (RLS) und Periodic Limb Movement Disorder (PLMD). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/084 (Stand: 02/2005)
Medline Plus, U.S. National Library of Medicine, Medical Encyclopedia: Restless legs syndrom. (Stand: 08/2006) (http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/000807.htm)

 

Autor: Constanze Wolff 
Letzte Änderung am: 27.10.2008
 
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