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Röntgen-Untersuchung

Röntgenbild eines Kniegelenks

Die Röntgen-Untersuchung ermöglicht zum Beispiel eine deutliche Aufnahme eines Gelenks.
(Quelle: Claudia Hautumm/PIXELIO)

Der Begriff Röntgen bezeichnet in der Medizin die Untersuchung einer bestimmten Körperregion durch Röntgenstrahlen. Mit dem schmerzfreien Verfahren können so beispielsweise Organe oder Knochen bei Verdacht auf eine Krankheit oder im Anschluss an eine Therapie untersucht werden.


Vorbereitung einer Röntgen-Untersuchung

Wenn beispielsweise geklärt werden muss, ob bei starken Knöchelschmerzen nach einem Sturz ein Knochenbruch vorliegt, wird der Knöchel aus verschiednen Blickwinkeln geröntgt. Die gesamte Röntgenanlage besteht in der Regel aus dem Röntgenapparat und einer Liege, auf welcher die betreffende Person liegt oder sitzt, während das Bild aufgenommen wird. Hierzu wird das Gelenk auf eine Platte, den Röntgenfilm, gelegt und unter der Röntgenröhre ausgerichtet.


Wie ist der Ablauf einer Röntgen-Untersuchung?

Für zwei Bilder, zum Beispiel von oben und von der Seite, wird das Gelenk zweimal geröntgt - wobei jeweils eine neue Filmplatte verwendet wird. Der Betroffene liegt einmal auf der Seite, um eine Aufnahme der Innen- oder Außenseite des Gelenks zu ermöglichen und einmal auf dem Rücken, damit die Röntgen-Aufnahme mit Blick von oben durchgeführt werden kann.

Im Falle einer akuten Verletzung wird selbstverständlich darauf geachtet, dem Betroffenen keine weiteren Schmerzen zuzufügen. Zum Schutz vor der Strahlung wird dem Betroffenen vor der Aufnahme eine Bleischürze über den Unterleib gelegt, da Röntgenstrahlen Blei nicht durchdringen können. Die Größe der Filmplatte hängt von der Körperregion ab, die untersucht wird. Bei einer Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) steht die Frau vor dem Röntgengerät. Für die Aufnahme wird die Brust mit einer speziellen Fassung in die richtige Position gebracht.

Eine Röntgen-Kontrastuntersuchung ermöglicht eine deutliche Darstellung von Regionen, die mit bloßer Abbildung durch Röntgen nicht ausreichend sichtbar gemacht werden können und schwer zugänglich sind. Hierzu wird das Kontrastmittel über eine Tablette oder eine Injektion verabreicht und nach einer bestimmten Wirkungszeit die Röntgen-Untersuchung durchgeführt. Das Kontrastmittel verändert die Eigenschaften des gewünschten Gewebes und ermöglicht ein kontrastreiches Röntgen-Bild. So können Organe oder Blutgefäße auf dem Röntgenfilm deutlich sichtbar gemacht werden.

Röntgenstrahlen gehören zu den elektromagnetischen Wellen und werden mittels einer Röntgenröhre (Hochvakuumelektronenröhre) erzeugt. Die Strahlung durchdringt das Gewebe und wird je nach Dichte des zu untersuchenden Gewebes unterschiedlich stark absorbiert. Durch Absorptions- und Durchleuchtungsverhältnis entstehen die kontrastierenden Grautöne auf dem Röntgenfilm. Bei einer Röntgen-Untersuchung werden die Röntgenstrahlen auf die zu untersuchende Region ausgerichtet und bei Durchdringung des Gewebes unterschiedlich stark absorbiert. Die Reststrahlung, die auf den Röntgenfilm trifft, erzeugt das Graustufenbild.

Die Strahlungsdosis bei einer Röntgen-Untersuchung richtet sich nach der Dichte der betreffenden Region und wird durch eine Anpassung der Spannung in der Röntgenröhre beeinflusst. So wird zum Beispiel für die Mammographie eine höhere Dosis benötigt, als für eine Röntgen-Untersuchung des Fußknöchels.


Anwendungsgebiete der Röntgen-Untersuchung

Eine Untersuchung mittels Röntgenstrahlen wird hauptsächlich im Rahmen der medizinischen Diagnostik durchgeführt. Bei Verdacht auf Knochenbrüche, Krebserkrankungen, Fremdkörper oder Anomalien im Gefäßsystem des Menschen kann eine Röntgen-Untersuchung einen ersten Hinweis liefern oder bereits eine deutliche Diagnose ermöglichen. Im Prinzip kann jede Region des Körpers geröntgt werden, wobei die Qualität und Aussagekraft des jeweiligen Bilds stark von der Dichte des untersuchten Gewebes abhängt. Die korrekte Ausrichtung von zu untersuchendem Organ und Röntgengerät spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Qualität des Bilds.


Mögliche Risiken und Komplikationen der Röntgen-Untersuchung

Da eine Röntgen-Untersuchung nur mithilfe von Röntgenstrahlen möglich ist, wird der Mensch bei jeder Durchleuchtung einer gewissen Strahlung ausgesetzt. Abhängig von der untersuchten Körperregion ist diese Strahlung unterschiedlich hoch. In der Regel liegt dieser Wert jedoch unterhalb der Strahlenbelastung, welcher der Mensch innerhalb eines Jahres natürlicherweise ausgesetzt ist. Bei der Verwendung des beschriebenen Kontrastmittels können allergische Reaktionen auftreten. Wenn eine Allergie auf Kontrastmittel bekannt ist, sollte der behandelnde Arzt vor der Untersuchung darauf hingewiesen werden.

Vor allem Frauen wird geraten, einen so genannten Röntgenpass zu führen. Dieses Dokument ähnelt einem Impfpass - in ihm werden die durchgeführten Röntgen-Untersuchungen inklusive Datum eingetragen. Eine solche Übersicht schützt vor zu häufigem Röntgen.


Die Alternativen zu einer Röntgen-Untersuchung

In einigen Fällen können alternativ zur Röntgen-Untersuchung beispielsweise eine Ultraschall-Untersuchung (Sonographie), eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden. Diese bildgebenden Verfahren unterscheiden sich jedoch in Qualität und Anwendungsmöglichkeiten sehr voneinander. Die Alternative zur Röntgen-Untersuchung ist abhängig von der Körperregion, die untersucht werden soll.

Die Ultraschall-Untersuchung beispielsweise eignet sich vorwiegend für Untersuchungen innerer Organe wie Nieren und Gebärmutter. Eine MRT wird oft zur Untersuchung von Gelenken angewandt. In jedem Fall muss der behandelnde Arzt abwägen, welche Methode sinnvoll ist, falls eine Röntgen-Untersuchung nicht durchgeführt werden kann.


Weitere Fragen zur Röntgen-Untersuchung können Sie unseren Experten in der Orthopädie-Expertenrat stellen.

Quellen:
Kauffmann, G.W. et al.: Röntgenfibel. Axel Springer-Verlag, Berlin 2001
Oestmann, J.W.: Radiologie. Vom Fall zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
Online-Informationen des Bundesamts für Strahlenschutz: http://www.bfs.de (Stand 12/2007)

 

Autor: Sarah Liebigt 
Letzte Änderung am: 09.10.2008
 
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