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Rückenschule

Partnerübungen bei der Rückenschule vermitteln Körpergefühl, schulen die Haltung und fördern Spaß an Bewegung

Partnerübungen bei der Rückenschule vermitteln Körpergefühl, schulen die Haltung und fördern Spaß an Bewegung
(Foto: www.kddr.de)

Rückenschule ist eine präventive Maßnahme, um Rückenproblemen vorzubeugen. Hinter dem Prinzip Rückenschule steht ein ganzheitliches Konzept, welches nicht nur körperliche Aktivitäten, sondern auch psychische Faktoren und Alltagsfragen mit einbezieht. Es geht bei der Rückenschule darum, die Wahrnehmung für den eigenen Körper zu verbessern und so seine Haltung und Bewegung besser kontrollieren und korrigieren zu können. Eine Rückenschule kann sowohl zur Prävention als auch bei bereits bestehenden Rückenproblemen durchgeführt werden. Laut Definition der WHO soll eine Rückenschule den Menschen zu einem eigenverantwortlichen und gesundheitsbewussten Handeln führen und ihn befähigen, sein Wohlbefinden und seine Gesundheit zu verbessern. Dies ist in unserer Zeit umso wichtiger, da die Menschen heute überwiegend sitzen und somit dem Körper die erforderliche Bewegung fehlt.


Tipps für einen rückengerechten Alltag finden Sie hier.

Ein kurzes Rückentrainingsprogramm finden Sie auf dieser Seite.

Für wen ist eine Rückenschule geeignet?

Eine Rückenschule ist im Prinzip für jedermann geeignet - egal ob jung oder alt. Man unterscheidet Rückenschulen zur Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention. Primärprävention bezeichnet die Ausschaltung gesundheitsschädlicher Faktoren, bevor sie zu einer Krankheit führen, Sekundärprävention die Früherkennung einer Erkrankung und die Tertiärprävention Maßnahmen bei bestehenden Krankheiten, die ein weiters Fortschreiten der Erkrankung verhindern sollen, z.B. im Sinne einer Rehabilitation. Das bedeutet, dass egal, ob jemand vorbeugen möchte, bereits Rückenschmerzen hat oder an einer klaren Erkrankung der Wirbelsäule leidet, an einer Rückenschule teilnehmen und davon profitieren kann. Die einzige Situation, in der man keine Rückenschule durchführen sollte, ist ein akut entzündlicher Prozess der Wirbelsäule, beispielsweise während eines akuten Schubs bei Morbus Bechterew. Es gibt auch spezialisierte Kurse wie Rückenschule am Arbeitsplatz oder für Kinder, die speziell auf die entsprechende Teilnehmergruppe zugeschnitten sind.


Was lernt man in Kursen der Rückenschule?

Kurse zur Rückenschule werden in der Regel von einem Physiotherapeuten, Sporttherapeuten oder Sportlehrer durchgeführt. Sie sollten eine Weiterbildung zum Rückenschullehrer haben, damit die Kosten zumindest teilweise von der Krankenkasse übernommen werden.

Inhalte, die in einer Rückenschule vermittelt werden, sind die Wahrnehmung und Schulung der eigenen Körperhaltung sowie Kräftigung und Bewegung für den Rücken. Auch die Entspannung spielt als letzter Baustein eine wichtige Rolle. Um diese Inhalte zu vermitteln, ist es nötig, dass am Anfang einer Rückenschule auch theoretische Inhalte zu Aufbau und Funktion der Wirbelsäule vermittelt werden. Denn nur mit diesem Wissen kann aufbauend an der richtigen Haltung gearbeitet werden. Ziel ist eine dauerhafte richtige Haltung und ausreichend Bewegung.


Was bringt ein Kurs der Rückenschule für den Alltag?

In einer Rückenschule lernt man unter anderem, wie man seinen Alltag rückenfreundlich gestalten kann. Dies beginnt bereits bei kleinen Dingen, wie Einkäufe tragen, Schuhe zubinden und vieles mehr. Auch wie man beispielsweise am Computer sitzt, trägt entscheidend dazu bei, wie es dem Rücken geht. Auf der anderen Seite wird die Wichtigkeit des Ausgleichs zu einseitigen Tätigkeiten deutlich gemacht und die Teilnehmer zu einfachen Entspannungstechniken angeleitet und ermuntert. Dabei ist ein wichtiger Punkt, Freude an Bewegung zu vermitteln. So können einfache Übungen auch nach dem Kurs in den Alltag eingebaut und weitergeführt werden.

Rückenschmerzen sind mittlerweile ein Volkskrankheit und machen einen Großteil der Ursachen für Krankschreibungen aus. Dabei leiden 85 Prozent der Menschen mit Rückenschmerzen unter unspezifischen Schmerzen, bei denen sich keine Ursache nachweisen lässt. Nur die restlichen 15 Prozent leiden nachweislich an einem Bandscheibenvorfall oder ähnlichem.


Wo werden Kurse zur Rückenschule angeboten und was kosten sie?

Rückenschulkurse werden in Physiotherapiepraxen, bei Krankenkassen, Volkshochschulen oder anderen Einrichtungen angeboten. Wichtig ist, auf die entsprechende Qualifizierung des Kursleiters zu achten. Ist der Kursleiter zertifiziert, so übernehmen die Kassen bis zu 80 Prozent der Kursgebühr. Auskunft dazu geben die einzelnen Krankenkassen, deren Zuschüsse variieren können. In der Regel umfasst eine Rückenschule zehn Termine von jeweils 60 bis 90 Minuten. Die Kosten variieren stark, zwischen 60 und 150 Euro ist alles möglich.


Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Rückenschule haben, können Sie sich an den Experten des Expertenrats "Rückenschmerzen" auf QualiMedicPlus wenden.

Quellen:
Wolf, A.: Konzepte im Umbruch - Fortbildungsführer Rückenschule. physiopraxis, Vol. 11/12, pp. 36 (November/Dezember 2005)
Kempf, H.D.: Die Rückenschule. Rowohlt Verlag, Reinbeck 2008

 

Autor: Miriam Funk, Physiotherapeutin 
Letzte Änderung am: 16.06.2009
 
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