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Wie werden Spermien gebildet?

Die Samenzellbildung (Spermatogenese) vollzieht sich in den Hodenkanälchen und erfolgt unter dem Einfluss von Hormonen wie zum Beispiel dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron. Schon während der Embryonalentwicklung kommt es ab dem dritten Fetalmonat zu einer Teilung der Stammzellen (Gonozyten), von der ausgehend bis zum sechsten Lebensmonat Vorstufen der Spermien, sogenannte Spermatogonien, gebildet werden. Die endgültige Entwicklung dieser Vorstufen beginnt mit dem Eintritt in die Pubertät. Durch Teilung und Differenzierung entwickeln sich die Spermatogonien nun zu reifen Spermien, den Spermatozoen. Die Gonozyten bleiben nach dem sechsten Lebensmonat noch bis zum 2. Lebensjahr erhalten und gehen danach allmählich zugrunde. Sie entwickeln sich aber nicht mehr weiter zu Spermatozoen.

Samenzellbildung das ganze Leben lang
Die Samenzellbildung setzt sich das ganze Leben lang fort. Durch schwere Krankheiten oder in sehr hohem Alter kann die Spermienbildung allerdings gestoppt werden. Jedoch kann es auch in jungen Jahren zu einer Störung der Samenzellbildung, zum Beispiel durch Hodenhochstand kommen, weil sich zu wenig Spermatozoen gebildet haben.
Nach der Entwicklung zu reifen Spermien, dies dauert ungefähr 72 Tage, werden die Spermien im Nebenhoden gespeichert.

Samenzellbildung bei niedriger Temperatur
Die Samenzellbildung erfolgt nur bei einer Temperatur, die niedriger als die normale Körpertemperatur ist, bei 35° C. Weshalb dies so ist, ist bisher noch nicht genau ergründet, es besteht aber eine hormonelle Steuerung. Ist die Temperatur im Hoden höher als 35° C, so wird die Samenzellbildung gehemmt oder die Spermien zerstört. Aber auch eine zu niedrige Temperatur wirkt sich hemmend auf die Samenzellbildung aus, hierbei werden die Spermien allerdings meistens nicht zerstört. So ist es von großer Wichtigkeit, die Temperatur im Hoden konstant bei 35° C zu halten. Hierfür hat der Körper seine eigenen Regulationsmechanismen. Ist die Temperatur im Hoden zu niedrig, werden die Hoden zunächst durch Anspannen der Hodenheber (M. cremaster) und schließlich auch der Muskeln des Hodensacks an den Körper herangezogen. Ist die Temperatur zu hoch, dehnt sich die Muskulatur aus, wodurch sich die Hoden von der Körperwärme entfernen (Luftkühlung).


Aussehen der Spermien

Spermien (Spermatozoen), auch Samenfäden genannt, sind bewegliche geschwänzte Zellen von 50- 60 µm Länge, die sich aus folgenden Teilen zusammensetzen:

  • Kopf

  • Hals

  • Mittelstück

  • Schwanzstück

Der Kopf hat eine ovale Form, der den Kern mit der Erbinformation enthält. Der spitze Anteil des Kopfes heißt Akrosom, er sitzt dem Spermium wie eine Kappe auf und enthält wichtige Enzyme, die bei der Befruchtung der weiblichen Eizelle das Eindringen des Spermiums ermöglichen.

Als Hals bezeichnet man das kurze Übergangsstück zwischen dem Kopf und dem Mittelstück des Spermiums.

In dem Mittelstück des Spermiums befinden sich die Mitochondrien. Das sind Zellstrukturen die zur Energiegewinnung dienen. Sie werden deshalb auch die "Kraftwerke" der Zelle genannt. Sie liefern die Energie zur Fortbewegungsfähigkeit der Spermien.

Das Schwanzstück ist der längste Teil des Spermiums. Durch peitschenartige Bewegungen sorgt es für die Wanderung des Spermiums zur Eizelle. Pro Minute kann ein Spermium im weiblichen Genitaltrakt eine Strecke von ca. 3-4 mm zurücklegen. Für den Weg bis zur Eizelle benötigen die Spermien ungefähr 1-3 Stunden. Dort sind sie 24-72 Stunden befruchtungsfähig.

Produziert werden die Spermien in den Hoden, ausgestoßen werden sie in der Samenflüssigkeit (Sperma) beim Orgasmus des Mannes.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 06.12.2007
 
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